Auch Kapitaldeckungsgrad
engl. Debt Service Coverage Ratio

Schuldendienstdeckungsgrad als Bewertungskennzahl

Der Schuldendienstdeckungsgrad zeigt an, in welchem Verhältnis aktuell das EBITDA zu den Tilgungen plus den darauf zu zahlenden Zinsen zueinanderstehen. Bei den Tilgungen handelt es sich um offene Bankkredite oder Anleihen, welche ausstehen, also noch innerhalb einer bestimmten Periode zurückgezahlt werden müssen. Der Schuldendienstdeckungsgrad wird immer für eine bestimmte Periode errechnet, in der Regel für ein Kalenderjahr. Mithilfe der Kennzahl kann dann betrachtet werden, inwieweit das erzielte EBITDA für den Zeitraum die anfallenden Tilgungszahlungen plus den Zinsaufwand deckt. Der Zinsdeckungsgrad hingegen berücksichtigt nur den Zinsaufwand. Der Schuldendienstdeckungsgrad kann auch für einen Staat berechnet werden, dann wird jedoch anstatt des EBITDA das Bruttoinlandsprodukt herangezogen.

Berechnung:

Schuldendienstdeckungsgrad für Unternehmen

Schuldendienstdeckungsgrad für Staaten

Pauschal lässt sich nicht sagen, wie hoch die Debt Service Coverage Ratio für das jeweilige Land / Unternehemen sein muss, sie sollte mittel- bis langfristig jedoch bei mindestens 1 liegen. Es muss jedoch stets berücksichtigt werden, dass der Schuldendienstdeckungsgrad ausschließlich für einen bestimmten Zeitraum und in der Regel für ein Kalenderjahr berechnet wird. Bei der Berechnung werden also nicht alle Schulden und Zinsen berücksichtigt, sondern nur jene, welche in dem Berechnungszeitraum auch zurückgezahlt werden müssen. Folglich wird auch nur das EBITDA herangezogen, welches in dem jeweiligen Zeitraum erzielt wurde.

Schuldendienstdeckungsgrad als Vertragsklausel

Der Schuldendienstdeckungsgrad ist eine von mehreren möglichen Covenants in Anleihenbedienungen oder Kreditverträgen. Die Klausel besagt, dass bei dem Kreditnehmer ein bestimmter Cashflow oder EBIT im Verhältnis zu seinen Zahlungsverpflichtungen (Zinsen und Tilgungszahlungen) vorhanden sein muss. Dabei kann der Schuldner dazu verpflichtet werden, ein bestimmtes Verhältnis zwischen Cashflow bzw. EBIT und Zahlungsverpflichtungen einzuhalten.