Negatives Eigenkapital

engl. Negative Equity
Auch Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag

Negatives Eigenkapital liegt vor, wenn die Gesamtverschuldung höher ist als das Gesamtvermögen des Unternehmens. Gleichzeitig ist dann die Summe aller Passiva größer als die Summe aller Aktiva. Nimmt ein Unternehmen zum Beispiel Bankkredite in Höhe von 400.000 Euro auf, liegt das Gesamtvermögen gleichzeitig jedoch nur bei 350.000 Euro, muss das Unternehmen ein negatives Eigenkapital in Höhe von 50.000 Euro verzeichnen. Das Gesamtvermögen ist die Summe aller Vermögenspositionen des Unternehmens und setzt sich aus Umlaufvermögen und Anlagevermögen zusammen. Oftmals entsteht negatives Eigenkapital aber auch durch einen Jahresverlust, kann aber dann beispielsweise auch durch eine Kapitalerhöhung wieder ausgeglichen werden.
Ein Unternehmen mit negativem Eigenkapital kann jedoch trotzdem weiterhin operieren und dies auch erfolgreich, solange es einen ausreichenden Cashflow aufweist, um alle anstehenden Zahlungen zu begleichen. Negatives Eigenkapital muss somit nicht von vornherein ein Ausschlusskriterium sein, nicht in das jeweilige Unternehmen zu investieren. Stoßen Anleger auf eine Aktiengesellschaft mit negativem Eigenkapital, sollten sie somit genauer die Cashflowkennzahlen des Unternehmens analysieren. Bei negativem Eigenkapital ist auch der Buchwert je Aktie negativ, damit ist dann auch die Berechnung eines Kurs-Buch-Verhältnisses nicht möglich.