Negativer Enterprise Value

Der Enterprise Value gibt den tatsächlichen Wert eines Unternehmens an, den ein potenzieller Käufer bezahlen müsste, um vollen Zugriff auf den Cashflow zu erhalten. Dazu wird sowohl der aktuelle Wert des Eigenkapitals (also die aktuelle Marktkapitalisierung) sowie der aktuelle Marktwert des Fremdkapitals und die liquiden Mittel des Unternehmens berücksichtigt.
Jedoch kann der Enterprise Value auch negativ sein. Dieser Fall tritt ein, wenn die liquiden Mittel (Bank- und Kassenbestand sowie liquide Wertpapiere) die Marktkapitalisierung des Unternehmens sowie den aktuellen Marktwert des Fremdkapitals übersteigen. Obwohl dieser Fall äußerst selten ist, ist es bereits in einigen Fällen zu dieser Situation gekommen. Ein negativer Enterprise Value geht in der Regel jedoch dann mit hohen Verlusten einher, die das Unternehmen aktuell erleidet. Ebenso kann der Markt auf eine Insolvenz des Unternehmens spekulieren, sollte der Enterprise Value negativ sein.
Außerdem ist zu beachten, dass der Enterprise Value die aktuelle Marktkapitalisierung des Unternehmens berücksichtigt. Ein potenzieller Käufer müsste jedoch (in den meisten Fällen) einen Aufschlag auf den aktuellen Aktienkurs zahlen, möchte er das Unternehmen übernehmen. Dieser Aufschlag kann wiederum zu einem positiven Enterprise Value führen.