Long Straddle ist eine Optionsstrategie, bei der der Anleger gleichzeitig eine Call Option (Long Call) und eine Put Option (Long Put) kauft, welche sich beide am Geld befinden und darüber hinaus die gleichen Ausstattungsmerkmale (Laufzeit, Bezugsverhältnis, Basispreis) besitzen. Bei dieser Strategie profitiert der Anleger dann, wenn sich der Basiswert überhaupt bewegt, die Richtung dabei ist jedoch egal. Mit der Long Straddle-Strategie kann zudem auf eine steigende Volatilität spekuliert werden, da die Volatilität einer Option den Optionspreis stark beeinflusst und allgemein gilt, dass umso höher die Volatilität ist, desto mehr erhöht sich auch der Wert der Option.
Zunächst muss der Käufer zweimal den Optionspreis bezahlen, sowohl für die Call Option als auch für die Put Option. Dieser Betrag, der für beide Optionen zu entrichten ist, ist jedoch auch gleichzeitig der maximale Verlust, den der Anleger erleiden kann. Den maximalen Verlust erleidet er dann, wenn am Verfallstag der Kurs des Basiswertes der Optionen genau dem Basispreis der Optionen entspricht. Der Gewinn jedoch ist theoretisch unendlich, der Anleger erzielt mit dieser Strategie jedoch erst dann einen Gewinn, wenn sich am Verfallstag der Kurs des Basiswertes um mehr als den Betrag beider vorher zu bezahlenden Optionspreise vom Basispreis entfernt hat. Bei der Straddle-Optionsstrategie endet in der Regel eine Option im Geld, wohingegen eine Option aus dem Geld endet, also wertlos verfällt. Nun muss die Option, welche im Geld endet, den vorher zu bezahlenden Betrag für beide Optionen wieder wettmachen und, um einen Gewinn zu erzielen, drüberliegen.

Zum Beispiel:
Der Preis beider Optionen (Call und Put) lag beim Kauf zusammen bei 4 Euro. Beide sind mit einem Basispreis von 50 Euro auf Aktie XY ausgestattet. Nun muss die Aktie am Verfallstag über 54 Euro oder unter 46 Euro notieren, damit der Anleger mit der Ausübung der Option einen Gewinn erzielt. Er kann jedoch auch schon vorher einen Gewinn erzielen und beide Optionen glattstellen. Hat sich der Wert seiner Optionen aufgrund einer gestiegenen Volatilität erhöht, ohne dass sich der Kurs des Basiswertes ausschlaggebend verändert hat, so kann er nun durch die vorzeitige Glattstellung einen Kursgewinn erzielen.

Sollte der Anleger jedoch eine Richtung des Basiswertes präferieren, so sollte er dies bei der Wahl der Optionen auch berücksichtigen. Glaubt er zum Beispiel, dass der Basiswert eher steigen wird, so sollte die Call Option leicht im Geld sein. Die Put Option wäre dementsprechend leicht aus dem Geld, da bei einem Straddle der Basispreis der Call und Put Option immer identisch sein muss.