Von der Inflation profitiert der Schuldner. Zum selben Zeitpunkt leidet jedoch der Gläubiger unter der Inflation. Denn mit der Geldentwertung schrumpft der reale Wert der Schulden. Der Staat wird immer wieder als großer Gewinner von Inflation angesehen, denn der Staat ist ein großer Schuldner. Ist nun die Inflationsrate höher als der Zins, zu dem er sich Geld bei seinen Gläubigern geliehen hat, nehmen die Schulden des Staates real ab. Der Realwert der Verschuldung nimmt umso stärker ab, je höher die Inflationsrate über dem Zinssatz liegt, zu dem er sich verschuldet hat. Der nominale Wert der Staatsschulden bleibt zwar unverändert, der reale Wert der Schulden sinkt jedoch durch die Inflation. Oftmals haben sich Staaten schon Jahre vorher zu einem festen Zinssatz durch eine herkömmliche Staatsanleihe verschuldet. Dieser Zinssatz wurde in der Vergangenheit festgelegt und lag damals auch noch über der Inflationsrate. Steigt jedoch nun die Inflationsrate über den zu zahlenden fixen Zinssatz, verringert sich der Realwert der Schulden. Tritt dieser Vorfall ein, fallen die Kurse solcher Staatsanleihen oftmals stark, da nur äußerst wenige Investoren bereit sind, real Geld zu verlieren. Alle anderen Schuldner profitieren von einer Inflation natürlich ebenfalls, solange es sich bei dem aufgenommenen Kredit nicht um einen Roll-Over-Kredit oder bei der emittierten Anleihe nicht um einen Floater handelt, denn dann sind die Zinssätze variabel und passen sich periodisch an das aktuelle Zinsniveau an. Steigt die Inflation in einem Währungsraum markant an, so steigt auch das Zinsniveau entsprechend mit an.

Als Folgekonsequenz der steigenden Inflation könnte es außerdem vermehrt zu Kreditausfällen bei Privatpersonen kommen, wenn Löhne und Gehälter der Schuldner nicht gleichzeitig entsprechend mit ansteigen. Darunter würden dann wiederum die Kreditinstitute, also die Gläubiger, leiden. Die Privatperson mit ihrem angesparten Geld auf dem Bankkonto leidet ebenfalls unter einer hohen Inflation. Denn diese verursacht einen Wertverlust des Geldes, da der Zinssatz entweder nur zeitverzögert angepasst wird oder unter der abnormalen Teuerungsrate liegt. Eine über dem Zinssatz liegende Inflationsrate sorgt dafür, dass die Kaufkraft des Geldes nach und nach abnimmt. Ein Kaufkraftverlust beschreibt hier, dass trotz unter Berücksichtigung der Zinszahlungen, die Privatperson für seine Spareinlagen auf dem Bankkonto weniger Waren beim Einkauf erhält als noch vor einem Jahr.

Profitieren von einer steigenden Inflationsrate kann der Privatanleger durch eine inflationsindexierte Anleihe. Diese Art von Anleihe bietet ihm einen Schutz vor Inflation, da die einzelnen Kuponzahlungen sowie der Rückzahlungsbetrag an einem Verbraucherpreisindex gekoppelt sind. Der Anleger kann sogar mittels inflationsindexierter Anleihe auf eine steigende Inflation spekulieren, da, falls es tatsächlich zu steigenden Verbraucherpreisen kommt, Kursgewinne mit dieser Anleihe erzielt werden können.

Fazit

Gewinner der Inflation sind die Schuldner, Verlierer der Inflation sind hingegen die Gläubiger, vorausgesetzt die Zinssätze sind über die Kreditlaufzeit fix und eben nicht variabel. Gläubiger leiden zusätzlich unter einer steigenden Inflation, da der Anteil an Krediten, die ausfallen und nicht mehr ordnungsgemäß von den Schuldnern getilgt werden können, sogenannte notleidende Kredite, deutlich ansteigen kann.