Eurobond

Auch Euromarkt-Anleihe

1. Eurobonds sind Anleihen, welche auf den internationalen Kapitalmärkten in einer Weltwährung von Unternehmen oder staatlichen Einrichtungen emittiert werden. Diese Anleihen werden also nicht nur in Europa emittiert, sondern werden weltweit mithilfe eines Bankenkonsortiums herausgegeben. Somit hat der Emittent die Möglichkeit, sich ausreichend Kapital zu beschaffen.
Eurobonds zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass die Währung, auf die der Eurobond lautet, sowohl für Geldgeber als auch für Geldnehmer eine Drittwährung darstellt. Somit wird durch den Eurobond eine Währung außerhalb seines Ursprungslandes gehandelt. Eurobonds werden in verschiedenen Währungen begeben und beschränken sich daher nicht auf die europäische Gemeinschaftswährung Euro. Hauptsächlich werden Eurobonds in USD, Yen, GBP, EUR oder in CHF herausgegeben. Emittiert z. B. ein Schweizer Unternehmen eine auf US-Dollar lautende Anleihe in Japan, handelt es sich um ein Eurobond. Der Zinssatz von Eurobonds richtet sich jedoch dabei stets an den aktuellen Marktzins, der in dem Land mit der betreffenden Währung gilt.

2. Während der Euro-Staatsschuldenkrise im Jahr 2011 hat der Begriff Eurobond eine neue, zusätzliche Bedeutung erhalten. Eurobonds bezeichnen im Kontext der europäischen Schuldenkrise Staatsanleihen, für deren Rückzahlung alle Euro-Staaten garantieren würden. Hochverschuldete und wirtschaftlich schwache Euro-Staaten würden aufgrund einer niedrigeren Verzinsung und somit geringeren Zinslast von Eurobonds profitieren, wirtschaftlich starke Länder müssten dann jedoch einen höheren Zinssatz bezahlen, wenn sie sich am Kapitalmarkt verschulden wollen. Diese Art von Anleihen war jedoch lediglich nur im Gespräch, es kam aber bis heute zu keiner Einführung solcher Anleihen, bei denen alle Euro-Staaten als gemeinsamer Emittent einer Anleihe auftreten würden.