Direct Listing

Ein Direct Listing bezeichnet die Börsennotierung eines Unternehmens, bei der auf zahlreiche Unterstützungsleistungen der Investmentbanken verzichtet wird. Im Gegensatz zu einem IPO erfolgt beim Direct Listing keine sogenannte Kurspflege, mittels derer die Banken üblicherweise in den ersten Wochen nach dem Listing allzu starke Kursschwankungen verhindern und abfedern. Außerdem gibt es beim Direct Listing im Vorfeld keinen von Banken organisierten Preisbildungsprozess und damit keine Kursgarantie für die Aktie. Der Startpreis wird erst in einer Eröffnungsauktion an der Börse durch Angebot und Nachfrage ermittelt. So kann die Kursentwicklung in den ersten Tagen nach dem Direct Listing sehr volatil sein, dafür spart sich das Unternehmen jedoch hohe Gebühren, die ansonsten an die Banken für die Dienstleistungen zu entrichten wären. Ein Direct Listing wird oftmals gegenüber einem klassischen IPO als der effizienter angesehen, um den Marktwert eines an die Börse gehenden Unternehmens zu bestimmen, da bei dieser Methode die Investmentbanken fehlen, die den Börsenwert künstlich erhöhen können. Außerdem gibt es beim Direct Listing keine Sperrfrist für Altaktionäre.