Die Breakeven-Inflationsrate gibt an, wie hoch die Inflationsrate ausfallen muss, damit der Kauf einer inflationsindexierten Anleihe gegenüber dem Kauf einer herkömmlichen Anleihe mindestens dieselbe Realverzinsung für den Anleger eingebringt. Die Breakeven-Inflationsrate ist also die Teuerungsrate, zu der weder eine herkömmliche Anleihe noch eine inflationsindexierte Anleihe profitabler ist.
Bei inflationsindexierten Anleihen muss die Inflation eine bestimmte Höhe erreichen, damit sich der Kauf dieser Anleihen gegenüber konventionellen Anleihen lohnt bzw. der Anleger durch den Kauf zumindest nicht schlechter gestellt ist. Diese Rate wird als Breakeven Inflationsrate bezeichnet und zeigt die Differenz zwischen der realen Rendite einer inflationsindexierten Anleihe und der Rendite einer vergleichbaren, traditionellen Anleihe auf.

Berechnung

Zur Ermittlung der Breakeven-Inflationsrate vergleicht man die Rendite einer klassischen Staatsanleihe mit der Rendite einer inflationsindexierten Staatsanleihe. Rentiert eine klassische deutsche Staatsanleihe (Laufzeit 5 Jahre) bei 3 % und eine deutsche inflationsindexierte Staatsanleihe mit gleicher Laufzeit bei 1 %, so liegt die Breakeven-Inflationsrate bei zurzeit 2 %. Dies ist nun die Inflationsrate, die zu diesem Zeitpunkt vom Markt pro Jahr für die nächsten 5 Jahre erwartet wird und gleichzeitig die Inflationsrate, die überschritten werden muss, damit der Kauf der inflationsindexierten Anleihe profitabler war als der Kauf der klassischen Anleihe. Lag die Inflation nun tatsächlich über der vom Markt erwarteten 2 %, so war der Kauf der inflationsgeschützten Anleihe vorteilhafter als der Kauf einer herkömmlichen Anleihe. Lag die Inflationsrate jedoch nur bei beispielsweise 1,5 %, so hat sich der Kauf der inflationsindexierten Anleihe nicht gelohnt und der Anleger hätte mit einer klassischen Anleihe mehr Geld erzielt. Die Entscheidung, in welche Art von Anleihe investiert werden soll, hängt also davon ab, welche Inflationserwartung der Anleger im Vergleich zum Markt hat.

Markterwartung

Erwartet der Anleger zum Beispiel eine Inflation von 3,5 Prozent, liegt die Break Even Inflationsrate zu dem Zeitpunkt jedoch nur bei 2 Prozent, macht es für den Anleger Sinn, die inflationsindexierte Anleihe zu kaufen. Die tatsächliche Inflationsrate muss also über der aktuellen Break-Even Rate (die erwartete Inflationsrate des Marktes) liegen, damit Anleger mit einer Inflationsanleihe besser abschneiden. Andersherum sollte der Anleger keine inflationsindexierten Anleihen kaufen, wenn er von einer geringeren Inflation ausgeht, als aktuell vom Markt erwartet wird und sich in der Breakeven-Inflationsrate widerspiegelt. Denn wäre eine eine Investition in konventionelle Staatsanleihen profitabler. Für eine steigende Euro-Breakeven-Inflationsrate gelten oftmals nebenbei ein fallender Ölpreis sowie eine erhöhte Volatilität an den Aktienmärkten für Treiber.

Fehlinterpretation

Die Breakeven-Inflationsrate kann jedoch auch fehlinterpretiert werden. Dies kann passieren, wenn die Nachfrage nach inflationsindexierten Anleihen deutlich ansteigt, was zu einer geringeren Realverzinsung führen würde, jedoch den Anschein hätte, dass der Markt eine höhere Inflation erwartet. Die Renditedifferenz zwischen inflationsindexierten Anleihen und konventionellen Anleihen würde sich daraufhin ausweiten.
Ist das Volumen von inflationsindexierten Anleihen gering, so kann eine vom Markt verlangte Liquiditätsprämie auch für eine Verzerrung der Breakeven-Inflationsrate führen. Dies würde in diesem Fall die Breakeven-Inflationsrate verringern und nicht die tatsächliche Inflationserwartung des Marktes widerspiegeln.