Aktives und passives Fondsmanagement

Die Kapitalanlagegesellschaft hat die Möglichkeit, das Vermögen der Anleger nach zwei unterschiedlichen Methoden zu verwalten. Die eine Methode ist das aktive Fondsmanagement, die andere Methode ist das passive Fondsmanagement.

Beim aktiven Fondsmanagement entscheidet der Fondsmanager, welche Aktien gekauft oder verkauft werden. In der Regel verfolgt er dabei eine bestimmte Strategie und beginnt einzelne Aktien zu kaufen, von denen er meint, dass diese im Wert steigen. Das Verhalten des Management basiert dabei auf der Strategie des Fonds. Der Fonds wird somit aktiv verwaltet. Es finden immer wieder Änderungen in der Zusammensetzung statt. Zusätzlich verfügt der Fonds meistens über ausreichend Cash-Reserven, um bei günstigen Gelegenheiten schnell agieren zu können. Der Fondsmanager versucht dabei, eine höhere Wertentwicklung als die seines vergleichsindex zu erzielen. Als Referenzindex gilt dann meistens der MSCi World Index oder der S&P 500. Ziel des aktiven Fondsmanagement ist es, ein bessere Rendite als dessen Benchmark zu erzielen.

Beim passiven Fondsmanagement hingegen wird mit einem Indexfonds versucht, einen Index wie z.B. den DAX möglichst genau nachzubilden. Die Verwalter nehmen dabei selbst keine Veränderungen vor. Findet jedoch eine Veränderung im DAX statt, so nimmt der Fondsmanager ebenfalls diese Veränderung vor. Man verfolgt nicht die Absicht, den Markt "schlagen" zu wollen, vielmehr möchte man den Markt 1:1 abbilden. Dabei gibt es keine bestimmte Strategie, es gibt keine Analysen und weniger Personal wird benötigt. Somit sind die Gebühren für passiv verwaltete Fonds oftmals deutlich geringer als für aktiv verwaltete Fonds. Ein ETF ist ein passiv verwalteter Fonds, mit dem sich ein Index nachbilden lässt. Das passive Fondsmanagement basiert auf der Annahme, dass es langfristig äußerst schwer ist, den Markt oder einen Referenzindex zu schlagen.

Der entscheidende Unterschied zu den beiden Ansätzen liegt darin, dass das aktive Fondsmanagement versucht, eine Outperformance gegenüber dem Markt zu erzielen, wohingegen das passive Fondsmanagement lediglich die Rendite eines Referenzindex nachbilden will und somit erst gar nicht anstrebt, eine bessere Rendite als die des Index zu erzielen. Dies hat dann auch den Vorteil, dass die Gebühren beim passiven Fondsmanagement für den Anleger in der Regel deutlich niedriger sind als jene für das aktive Management.
Über mehrere Studien wurde in den letzten Jahren festgestellt, dass ETFs sich in einer Hausse, also während allgemein steigender Börsenkurse, sich teilweise deutlich besser entwickeln als Investmentfonds. In dieser Zeit gelingt es nur äußerst wenigen Fondsmanagern den Vergleichsindex zu schlagen, wohingegen in einer Baisse, also während allgemein fallender Börsenkurse, aktiv gemanagte Fonds ihre Benchmark deutlich öfters schlagen. Während anhaltend fallender Kurse kann das Fondsmanagement auf Markttrends schnell reagieren, Anlageklassen umschichten, auf fallende Kurse spekulieren und sich so flexibel auf die rasch veränderten Gegebenheiten an der Börse einstellen. So kann dann in einer Baisse eine höhere Rendite erzielt werden oder zumindest können so die Verluste im Vergleich zur Benchmark eingeschränkt werden.