engl. Interest Rate Swap

Ein Zinsswap ist ein Derivat, bei dem zwei verschiedene Zinszahlungsströme auf Kapitalbeträge zwischen den beiden involvierten Vertragspartnern ausgetauscht werden. Es wird in der Regel eine variable Zinszahlung gegen eine feste Zinszahlung ausgetauscht oder umgekehrt. Der Sinn neben spekulativen Zwecken liegt darin, sich gegen steigende Zinssätze abzusichern. Entscheidend ist jedoch, dass nicht die kompletten Zinszahlungen auf den Nominalwert ausgetauscht werden, sondern lediglich die Differenz zwischen der variablen und festen Zinszahlung.
Die Nutzen eines Zinsswaps können aus zwei verschiedenen Perspektiven gesehen werden, in beiden Fällen handelt es sich jedoch um dasselbe derivative Finanzinstrument:

Zinsswaps zur Reduzierung der Zinslast:
Zwei Unternehmen suchen am Markt nach einem langfristigen und möglichst günstigen Kredit. Dabei kann Unternehmen A entweder 6 % fest oder variabel EURIBOR plus 1,00 % bezahlen. Unternehmen B mit einer schlechteren Bonität hingegen erhält das Angebot entweder 7,5 % fest oder EURIBOR plus 2 % zu bezahlen. Zunächst hat Unternehmen A also in beiden Fällen einen absoluten Vorteil, trotzdem können beide Unternehmen nun durch einen Zinsswap voneinander profitieren. A nimmt nun den festverzinslichen Kredit zu 6 % auf und reicht ihn direkt an B zu 7,25 % weiter. Gleichzeitig nimmt B den variabel verzinslichen Kredit zu EURIBOR plus 2,00 % auf und reicht diesen an A weiter. A zahlt nun EURIBOR plus 0,75 % anstatt EURIBOR plus 1,00 %. B hingegen zahlt den Festzinssatz von 7,25 % anstatt die vorher angebotenen 7,5 %. Beide Unternehmen finanzieren sich nun 0,25 % günstiger, indem ein Zinsswap eingesetzt wurde und der Vorteil von A in den Kreditkonditionen gegenüber B als Differenz zwischen fester und variabler Verzinsung ausgenutzt wurde.

Zinsswaps zu spekulativen Zwecken:
Der variable Zinssatz richtet sich nach einem Index wie dem EURIBOR-Zinssatz und kann sich deshalb über den Zeitraum ändern. Person A, die einen Kredit mit einer variablen Verzinsung aufgenommen hat, kann sich nun mit einem Zinsswap gegen steigende Zinszahlungen absichern. Dazu geht er einen Zinsswap mit Person B ein. Person B muss von da die variable Verzinsung, die während der Laufzeit steigen oder fallen kann, an Person A bezahlen. Person A hingegen bezahlt nun einen fest vereinbarten Zinssatz an Person B und ist somit gegen steigende Zinsen abgesichert. Fallen nun die Zinsen für die variable Zahlung unter den festen Zinssatz, macht Person B einen Gewinn, da er nun Person A eine geringere Zinszahlung bezahlen muss, als er in Form des festen Zinssatzes von ihm bekommt. Die Differenz zwischen dem festen Zinssatz und dem variablen Zinssatz ist sein Gewinn. Steigt jedoch die variable Verzinsung über den festen Zinssatz, so war der Zinsswap für Person A profitabel, da er durch den Zinsswap seine Zinslast reduzieren konnte.

Zinsswaps zur Absicherung einer ungünstigen Zinsentwicklung:
Zinsswaps werden darüber hinaus eingesetzt, um das Zinsänderungsrisiko auszuschalten. Wird von einem Unternehmen, welches einen Kredit mit variabler Verzinsung aufgenommen hat, ein steigendes Zinsniveau erwartet, so kann es einen Zinsswap einsetzten, um sich gegen steigende Zinsen und somit einer steigenden Zinslast abzusichern. In diesem Fall tauscht es einen variablen Zinssatz gegen einen festen Zinssatz. Andersherum kann das Unternehmen einen Zinsswap einsetzen, wenn es vorher einen Kredit mit einem festen Zinssatz aufgenommen hat, nun jedoch fallende Marktzinsen erwartet. Falls der Marktzins dann tatsächlich fällt, kann es seine Zinskosten durch den Swap reduzieren.

Ein Zinsswap ist somit der Austausch von Zinszahlungsströmen auf einen bestimmten Nominalbetrag. Der Nominalbetrag an sich wird dabei jedoch nicht zwischen den beiden Parteien ausgetauscht. Auch rechtlich gesehen ist jede einzelne Partei weiterhin für die Rückzahlung des Kreditbetrages bei Fälligkeit verantwortlich. Zinsswaps sind außerdem nicht bilanzierungspflichtig. Der Zinsswap ist die momentan am häufigsten vorkommende Form des Swaps. Die am stärksten genutzte Art des Zinsswaps ist dabei der Tausch von variablen (kurzfristigen) Zinsen gegen feste (langfristige) Zinsen.