Zinsparitätentheorie

Auch Zinsparität

Die Zinsparitätentheorie beschreibt die Annahme, dass die Realzinsen in den Industrieländern nur geringfügig voneinander abweichen dürfen. Grund dafür ist die Zinsarbitrage, wonach Unterschiede in den Realzinsen täglich am Markt durch eben Arbitrage ausgeglichen werden. Liegt der Nominalzins in den USA bei beispielsweise 4 % (2,5 % Realzins plus 1,5 % Inflationsrate), in Japan allerdings nur bei 3 % (2,5 % Realzins plus 0,5 % Inflationsrate), so müsste der Japanische Yen gegenüber dem US-Dollar somit jährlich um 1 % aufwerten (4 % – 3 %). Die Zinsparitätentheorie beschreibt somit den Zusammenhang von Zinssätzen und Wechselkursen. In der Realität trifft diese Theorie nur selten zu, da Wechselkurse nicht nur von den Zinsen bestimmten werden. Die Einflussfaktoren auf die Wechselkurse sind in der Realität sehr vielfältig und werden nie von nur einer Determinanten bestimmt.
Für den Investor ist eine Geldanlage in einer Fremdwährung nun so lange attraktiv, wie die Kosten zur Ausschaltung des Wechselkursrisikos niedriger als der Zinsvorteil in der Fremdwährung sind. Die Kurssicherungskosten dürfen somit nicht den gesamten Zinsvorteil vereinnahmen, damit sich die Anlage in der Fremdwährung gegenüber einer vergleichbaren Geldanlage in heimischer Währung lohnt.