Zinseszinseffekt

engl. Compound Interest

Bei dem Zinseszinseffekt werden erhaltene Zinsbeträge direkt wieder angelegt und von da an wie das ursprünglich investierte Kapital verzinst. Bei der nächsten Zinszahlung wird dann nicht mehr nur das zu Beginn angelegte Kapital verzinst, sondern von nun an auch die zuletzt erhaltenen Zinsen. Durch den Zinseszinseffekt wächst ein Investment bzw. eine Geldanlage nicht linear, sondern exponentiell an. Bei gleichbleibendem Zins wächst die reine Geldmenge somit jedes stärker als im Jahr zuvor. Werden beispielsweise 1000 Euro zu einem Zinssatz von 5 % angelegt, erhält der Anleger nach einem Jahr 5 Euro Zinsen. Von nun an werden die 5 Euro jedoch mitverzinst. Im zweiten Jahr erhält der Anleger wieder 5 % Zinsen, dann jedoch auf einen Geldbetrag von 105 Euro. Dies sind dann 5,25 Euro Zinsertrag und der Gesamtbetrag steigt auf 110,25 Euro an. Im nächsten Jahr erhält der Anleger dann 5 % Zinsen auf 110,25 Euro.

Berechnung:

zinseszins

Ein Anleger, der 1000 Euro auf seinem Bankkonto für 4 Jahre zu einem konstanten Zinssatz von 5 % anlegt, kann nun nach der Formel berechnen, welchen Geldbetrag er nach den 4 Jahren auf seinem Konto zur Verfügung hat, wenn erhaltene Zinserträge direkt wieder reinvestiert werden:

zinseszins-beispiel

Durch den Zinseszinseffekt sind somit die 1000 Euro Anfangskapital innerhalb der 4 Jahre exponentiell auf 1215,51 Euro angewachsen. Dies entspricht einer Wertsteigerung um 21,55 Prozent und somit nach den 4 Jahren einer jährlichen Rendite von 5,3875 Prozent. Hätte der Anleger seine Zinsen nicht direkt wieder reinvestiert, so hätte er nach den vier Jahren nicht 1215,51 Euro auf seinem Bankkonto, sondern nur 1200 Euro.