Zinsdeckungsgrad

Auch Zinslastquote
engl. Interest Coverage Ratio

Der Zinsdeckungsgrad gibt Auskunft über die aktuelle finanzielle Stabilität des Unternehmens. Die Kennzahl zeigt auf, wie oft das Unternehmen mit dem generierten EBIT alle momentan anfallenden Zinsen bezahlen kann. Nimmt ein Unternehmen Fremdkapital durch beispielsweise Bankkredite oder durch die Emission von Anleihen auf, muss es darauf Zinsen zahlen. Der Zinsdeckungsgrad misst, wie oft das Unternehmen den jährlichen Zinsaufwand durch das im selben Jahr generierte EBIT zu leisten.

Berechnung

Ist der Zinsdeckungsgrad kleiner als eins, so kann das Unternehmen die Zinszahlungen nicht aus den Einnahmen des operativen Geschäfts (EBIT) leisten. Liegt der Zinsdeckungsgrad beispielsweise bei 3,5, verdient das Unternehmen operativ vor Zinsen und Steuern dreieinhalb Mal soviel wie es benötigt, um die anfallenden Zinsen bezahlen zu können.
Dabei gilt, umso höher die Kennzahl ist, desto besser ist das Unternehmen in der Lage, alle auflaufenden Zinsen an die Gläubiger zu bezahlen. Der Zinsdeckungsgrad gilt als wichtige Kennziffer, wenn Unternehmen auf ihre Zahlungsfähigkeit hin bewertet werden. Vor allem bei Unternehmensanleihen sollte der Zinsdeckungsgrad immer in die Bewertung einfließen. Allerdings misst der Zinsdeckungsgrad eben nur die zu zahlenden Zinsen, also den Zinsaufwand, jedoch nicht die eigentlichen Rückzahlungen des Kredites. Deshalb sollte zusätzlich auch der Schuldendienstdeckungsgrad herangezogen werden, um ein adäquates Bild über die finanzielle Lage des Unternehmens zu erhalten.