Zeitwert

engl. Time Value

Der Zeitwert einer Option drückt das Risiko sowie die Möglichkeit aus, mit verbleibender Restlaufzeit des Scheines Gewinne als auch Verluste zu realisieren, er repräsentiert also die in Geldwert ausgedrückte Chance, dass sich der Basiswert für den Halter der Option (noch) günstig entwickelt. Hinter dem Zeitwert verbirgt sich die Erwartung des Marktes, wie sich der zugrunde liegende Basiswert in der verbleibenden Restlaufzeit entwickeln wird. Er entspricht der Differenz zwischen Optionspreis und dem inneren Wert.

Berechnung:


Zu Beginn der Laufzeit einer Option ist der Zeitwert noch hoch, da noch ausreichend Zeit für eine Veränderung des Kurses des Basiswertes besteht. Im Laufe nimmt der Zeitwert jedoch immer weiter ab. Je mehr sich die Option dem Laufzeitende nähert, desto stärker schrumpft der Zeitwert, da schließlich die Wahrscheinlichkeit einer Preisänderung beim Basiswert immer weiter sinkt. Am Tag der Fälligkeit besitzt der Schein keinen Zeitwert mehr. Dieser liegt dann bei 0. Umgekehrt bedeutet dies jedoch auch, dass umso höher die Restlaufzeit, desto höher auch der Zeitwert.

Zum Beispiel:

Aktie XY notiert aktuell bei 35 Euro. Eine Call Option auf diese Aktie kostet aktuell 8 Euro. Der Basispreis der Option liegt bei 30 Euro. Der innere Wert der Option liegt somit bei 5 Euro. Der Besitzer der Call Option könnte nun die Aktie über die Option für 30 Euro kaufen, wird dies jedoch nicht tun, da er zuvor für die Option 8 Euro bezahlt hat und somit einen Gesamtbetrag von 38 Euro bezahlen müsste. Er kann die Aktie jedoch ganz normal über die Börse 3 Euro billiger für 35 Euro kaufen. Diese 3 Euro repräsentieren nun den Zeitwert, den die Option noch trägt, also die Möglichkeit, dass die Aktie innerhalb der Laufzeit der Option noch steigt. Der Besitzer der Call Option glaubt also daran, dass die Aktie bis zur Fälligkeit noch über 38 Euro steigt und er dadurch einen Gewinn erzielen wird.
Der Optionspreis gilt dann als fair bewertet, wenn der innere Wert dem Optionspreis entspricht. Hier liegt der Optionspreis jedoch 3 Euro über dem inneren Wert. Diese 3 Euro allerdings sind zusätzlich vom Käufer dafür zu bezahlen, dass er die Möglichkeit hat, mit diesem Schein einen Gewinn zu erzielen.

Befindet sich die Option aus dem Geld, hat der Schein nur noch einen Zeitwert und keinen inneren Wert mehr. Denn schließlich besteht während der Laufzeit noch die Möglichkeit, dass der Schein von "aus dem Geld" (was ihn wertlos macht) hin zu "im Geld" (was dem Besitzer einen Gewinn einbringen würde) wechselt. Der Zeitwert ist jedoch dann am höchsten, wenn sich die Option am Geld (nahe null) befindet.
Vor allem jedoch die Volatilität spielt eine wichtige Rolle bei der Berechnung des Zeitwertes. Umso geringer die Volatilität, desto geringer der Zeitwert, da mit geringer Schwankungsfähigkeit die Chancen auf Preisänderungen sinken.