Wechselkursrisiko

Auch Währungsrisiko
engl. Currency Risk

Das Wechselkursrisiko bezeichnet allgemein die Gefahr, mit einer Geldanlage Währungsverluste zu erleiden aufgrund von aus der Sicht des Anlegers negativen Veränderungen des zugrunde liegenden Wechselkurses. Ursache dafür ist, dass die Geldanlage nicht in der heimischen Währung notiert, sondern in einer aus der Sicht des Anlegers fremden Währung. Genauso gut kann das Eingehen eines Wechselkursrisikos aber auch zu Währungsgewinnen führen.

Wechselkursrisiko bei Aktien

Das Wechselkursrisiko besteht für einen Anleger immer dann, wenn er außerhalb seines heimatlichen Währungsraum investiert. Kauft ein Investor aus dem Euroraum Aktien aus den USA, so ist die Wertentwicklung seines Investments von zwei verschiedenen Komponenten abhängig: Einmal von der Wertentwicklung der Aktie und zweitens von der Entwicklung des Währungspaares EUR/USD. Dabei kann sich die Entwicklung des Währungspaares sowohl positiv als auch negativ auf sein Investment auswirken. Wertet die ausländische Währung (USD) gegenüber der heimischen Währung (EUR) auf, so erzielt der Anleger einen Währungsgewinn. Denn nun sorgt der steigende US-Dollar dafür, dass das Wertpapier, dessen Kurs in den USA in US-Dollar berechnet wird, umgerechnet in EURO einen höheren Wert aufweist. Umgekehrt erleidet er jedoch einen Währungsverlust, wenn die ausländische Währung gegenüber der heimischen Währung abwertet. Nun sorgt der schwächer werdende US-Dollar dafür, dass das Wertpapier umgerechnet einen geringeren EURO-Wert aufweist. Für Investoren aus dem Euroraum ist somit ein abwertender Euro und folglich eine aufwertende Auslandswährung positiv, da so Währungsgewinne erzielt werden. Ein aufwertender Euro gegenüber dem US-Dollar ist hingegen für Anleger aus dem Euroraum negativ. Eine Möglichkeit, das Wechselkursrisiko zu eliminieren, ist die sogenannte Wechselkursabsicherung mittels Derivate. Bei einem Kauf von Zertifikaten können außerdem auf Quanto-Zertifikate ausgewichen werden.

Zum Beispiel

Ein Anleger kauft Aktien eines amerikanischen Unternehmens. Die Aktie notiert an der New York Stock Exchange in den USA und wird folglich in US-Dollar berechnet. Zusätzlich wird sie aber auch in Deutschland an der Frankfurter Börse gehandelt. Angenommen wird ein aktueller Wechselkurs EUR/USD 1,0817 bzw. USD/EUR 0,9243. Die Aktie wird an einer amerikanischen Börse für 15,00 USD gehandelt, folglich notiert sie aktuell an der Frankfurter Börse umgerechnet bei 13,86 Euro. Nun wird davon ausgegangen, dass der Kurs der Aktie an der amerikanischen Börse sich nicht verändert, die Aktie notiert somit für einige Wochen bei 15,00 US-Dollar. In diesen wenigen Wochen verliert der US-Dollar gegenüber dem Euro jedoch an Wert. Der USD wertet somit ab und steht anschließend bei EUR/USD 1,1879 bzw. USD/EUR 0,8424. Die Aktie, die sich an der New York Stock Exchange nicht im Kurs verändert hat, also immer noch bei 15,00 USD notiert, wird nun aufgrund der US-Dollar Abwertung für 12,63 Euro an der Frankfurter Börse gehandelt. Aufgrund der Dollar-Abwertung hat der Anleger in Deutschland somit einen Verlust von 8,87 Prozent erlitten. Dieser Verlust stammt vollkommen von der Dollar-Abwertung, da sich der Kurs der Aktie in den USA in dieser Zeit nicht verändert hat.

Wechselkursrisiko bei Anleihen

Das Wechselkursrisiko besteht für den Anleger natürlich auch bei allen anderen Arten von Wertpapieren, sobald dieses in einer Währung notiert, die nicht der Heimatwährung des Anlegers entspricht. Gleiches Prinzip wie bei Aktien gilt auch für Anleihen, die in einer Fremdwährung notieren. Bei einer Fremdwährungsanleihe geht der Investor jedoch bewusst ein Wechselkursrisiko ein, er erhofft sich damit jedoch auch aufgrund der höheren Kuponzahlungen eine überdurchschnittliche Rendite sowie mögliche zusätzliche Währungsgewinne. Jene Währungsgewinne werden dann erzielt, wenn zwischen Kauf- und Verkaufszeitpunkt die Fremdwährung gegenüber der heimischen Währung aufgewertet hat. Währungsverluste hingegen entstehen dann, wenn zwischen Kauf- und Verkaufszeitpunkt die Fremdwährung gegenüber der heimischen Währung an Wert verloren hat. Der Breakeven-Wechselkurs ist bei der Fremdwährungsanleihe jener Wechselkurs, bei dem der Inhaber einer Fremdwährungsanleihe weder einen zusätzlichen Gewinn erzielt noch einen Verlust erleidet gegenüber einer in seiner Heimatwährung verzinslichen Anleihe mit selber Bonität und Laufzeit.

Wechselkursrisiko im Außenhandel

Der Kauf und Verkauf von Gütern und Dienstleistungen erfolgt immer auch über die Grenzen hinweg, sprich, es findet Handel zwischen zwei verschiedenen Ländern statt. Besitzen diese beiden Länder unterschiedliche Währungen, so besteht beim Außenhandel auch immer ein Wechselkursrisiko für eine der beiden Parteien.
Ein deutsches Unternehmen, welches beispielsweise Autos im Wert von 1 000 000 Euro in die Schweiz exportiert, ist einem Währungsrisiko ausgesetzt, wenn die Bezahlung in Schweizer Franken notiert und erst zu einem späteren Zeitpunkt in der Zukunft erfolgt. Der Importeur aus der Schweiz halt also auf Rechnung gekauft. Anders herum besteht jedoch das Wechselkursrisiko beim Schweizer Importeur, wenn vorher vertraglich vereinbart wurde, dass die Bezahlung der Autos zu einem späteren Zeitpunkt in Euro stattfindet. Wann und in welcher Währung die Bezahlung stattfindet, wird immer vorab vertraglich festgelegt, nichtsdestotrotz besteht dadurch konsequenterweise ein Währungsrisiko in Form von höheren Kosten für den Importeur oder einem geringeren Gewinn für den Exporteur. Konkret besteht für den deutschen Exporteur nun das Währungsrisiko darin, wenn die Bezahlung in Schweizer Franken zu einem späteren Zeitpunkt stattfindet und in der Zwischenzeit der Schweizer Franken gegenüber dem Euro an Wert verliert. Der Geldbetrag in Schweizer Franken ist bei Abschluss des Geschäftes bereits fix, der Geldbetrag in Euro für den deutschen Exporteur allerdings durch zwischenzeitliche Wechselkursschwankungen nicht. Er erhält den Franken-Betrag zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft, muss ihn dann jedoch noch zum aktuell gültigen Wechselkurs umtauschen. Anders herum besteht ein Währungsrisiko für den Schweizer Importeur dann, wenn die Bezahlung in Euro stattfindet und der Schweizer Franken zwischen Vertragsabschluss und Bezahlung gegenüber dem Euro an Wert verliert bzw. der Euro gegenüber dem Franken aufwertet. Die Wechselkursschwankungen beeinflussen maßgeblich den tatsächlichen Kaufpreis für den Importeur bzw. den tatsächlichen Verkaufserlös für den Exporteur. Allerdings können sich Unternehmen vor ungünstigen Wechselkursschwankungen schützen, indem sie beispielsweise ein entsprechendes Devisentermingeschäft eingehen,

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