Warenterminhandel

engl. Commodity Future

Der Warenterminhandel ist ein Termingeschäft und findet deshalb auch an der Warenterminbörse statt. Er ist im eigentlichen Sinne dazu konzipiert worden, sich vor Preisschwankungen zu schützen. Sowohl der Produzent (Verkäufer) der Rohstoffe als auch der Käufer können sich über den Warenterminhandel heute einen Preis für einen Rohstoff sichern, welches er jedoch erst in Zukunft verkaufen bzw. kaufen will und muss.

Zum Beispiel

Um sich vor zu starken Preisschwankungen abzusichern, kann ein Landwirt an einer Warenterminbörse sein Weizen bereits vor der Ernte verkaufen. Somit kann er bereits Monate vorher mit einem festen Preis kalkulieren und ist gegen fallende Preise abgesichert. Der Landwirt verkauft somit einen oder mehrere Kontrakte auf Weizen, wobei Lieferzeitpunkt, Qualität und Größe standardisiert (festgelegt) sind. Der Käufer der Kontrakte hingegen kann nun ebenfalls mit dem fest vereinbarten Kaufpreis kalkulieren. Der Landwirt hat sich somit zur Lieferung verpflichtet, der Käufer hat sich zur Abnahme verpflichtet.

In den meisten Fällen findet jedoch die physische Lieferung nicht statt. Bei dem Geschäft handelt es sich in der Regel um eine finanzielle Absicherung. Selten werden die Kontrakte vom Käufer bis zur Fälligkeit gehalten. Anstelle der Lieferung von Weizen findet meistens ein Barausgleich statt. Spekulativ wird das Geschäft, da beim Warenterminhandel nicht sofort der vollständige Preis für die Kontrakte bezahlt werden muss. Beim Kauf muss nur ein geringer Anteil (ca. 10 %) des tatsächlichen Kontraktwerts gezahlt werden, den sogenannten Margin (Einschuss). Somit entsteht beim Warenterminhandel eine entsprechende Hebelwirkung. Liegt der Kontraktwert bei 30 000 Euro, muss der Käufer ca. 3000 Euro als Margin anzahlen. Nun lässt sich mit dem Hebeleffekt überproportional Gewinne erzielen. Steigt der Kontraktwert um 1 %, beträgt der Gewinn 300 Euro (1 % von 30 000). Dies sind allerdings bereits 10 % Gewinn auf das eingesetzte Kapital (3000 Euro). Die Verlustrisiken sind jedoch genauso hoch, wodurch der Warenterminhandel als äußerst spekulativ betrachtet wird. Schließlich werden ca. 99 % aller Kontrakte vor dem Fälligkeitstermin ausgeglichen und somit findet in nur ca. 1 % aller Geschäfte die tatsächliche Lieferung der Ware statt. Die 99 % der Teilnehmer im Warenterminhandel, die nie ein wirkliches Interesse an den zugrunde liegenden Rohstoffen haben, sorgen jedoch für die notwenige Liquidität im Markt und sind somit unverzichtbar.