Auch wenn eine abwertende Währung nach außen hin als schwaches Signal gesehen wird, kann nach innen hin eine Währungsabwertung auch wirtschaftlich positive Effekte mit sich bringen:

  • Der Export des Landes kann durch die schwache Währung mitunter stark angekurbelt werden. Denn je schwächer die heimische Währung ist, desto wettbewerbsfähiger sind Unternehmen mit ihren Exportwaren auf den Weltmärkten. Bei einer schwachen Währung können die Produzenten ihre Waren und Dienstleistungen auf den Weltmärkten günstiger anbieten, halten trotzdem jedoch noch weiterhin ihre vorherige Gewinnmarge aufrecht. Der erhoffte Stimuluseffekt, eine Erhöhung der Exporte, tritt jedoch erst oft verzögernd ein, die nachteiligen Preiseffekte für die zu bezahlenden Importe jedoch sofort, wodurch sich zunächst erst eine Verschlechterung der Leistungsbilanz ergibt, bevor es zu einem positiven Effekt aufgrund der Währungsabwertung kommt. Ebenso können Unternehmen die Preise für ihre Exportwaren nicht senken und so die Gewinnmarge erhöhen.
  • Eine schwache Währung kann Urlauber und Reisende anlocken. Denn für Touristen wird der Urlaub in dem Land mit der abwertenden Währung günstiger.
  • Dadurch, dass bei einer Abwertung der eigenen Währung die Importe teurer werden, kann die Nachfrage nach heimischen Produkten steigen. Dies würde die Inlandsproduktion ankurbeln. Eine ‚gezwungene‘ Abwertung der heimischen Währung kann somit auch als Importsubstitution angesehen werden.
  • Verliert die heimische Währung an Wert, können sich die Schulden des Staates durch die möglicherweise zunehmende Inflation real verringern. Was hier ein Vorteil für den Schuldner ist, ist jedoch ein klarer Nachteil für den Gläubiger. Außerdem darf die Verschuldung dazu nicht in einer Fremdwährung notieren.
  • Besitzer von Geldanlagen in fremden Währungen können von der Abwertung der heimischen Währung profitieren. Wertet die heimische Währung ab und die Fremdwährung, in die sie ihr Geld angelegt haben, dementsprechend auf, werden Wechselkursgewinne erzielt, wenn sie hinterher die Fremdwährungsanlage wieder in die heimische Währung umtauschen. Dies gilt sowohl für Aktien, Anleihen als auch andere Wertpapiere, die in einer aus der Sicht des Anlegers Fremdwährung notieren.