Terminkurs einer Währung

Auch Devisenterminkurs

Der Terminkurs einer Währung ist der aktuelle Kassakurs abzüglich oder zuzüglich der Zinsdifferenz der beiden Währungen eines Devisenpaares für die entsprechende Laufzeit des Termingeschäftes. Der Swapsatz drückt diese Differenz zwischen Kassakurs und Terminkurs aus. Anders als bei Rohstoffen gibt somit der Terminkurs der Währung keinen Hinweis auf die zukünftige Preisentwicklung der jeweiligen Währung. Die Differenz zwischen Kassa- und Terminkurs verhindert jedoch, dass Anleger nur durch das Umschichten der Währungen sichere Zinsgewinne erzielen. Der Terminkurs einer frei konvertierbaren Währung ergibt sich somit nur aufgrund der Zinsdifferenz sowie der Laufzeit der beiden involvierten Währungen und nicht aufgrund von Spekulationen wie zum Beispiel am Rohstoffmarkt der Fall.

Als Beispiel wird das Währungspaar EUR/USD per 3-Monats-Terminkurs gewählt:

Kassakurs entspricht Terminkurs
Sind die Zinssätze für Dreimonatsgeld in EUR und USD identisch, so entspricht der Terminkurs per 3 Monate dem aktuellen Kassakurs. Termin- und Kassakurs sind somit auch identisch.

Terminkurs höher als Kassakurs
Ist der Terminkurs per 3 Monate höher als der Kassakurs, so ist der Dreimonats-Euro-Zinssatz höher als der Dreimonats-US-Dollar-Zinssatz. Würde der Anleger nun USD auf Termin kaufen, könnte er für die verbleibenden 3 Monate das Geld zu dem höheren Euro-Zinssatz anlegen. Da er dadurch jedoch einen Gewinnvorteil hätte, enthält der Terminkurs per 3 Monate einen Report (Terminaufschlag), welcher genau die Zinsdifferenz zwischen Dreimonats-Euro-Zinssatz und Dreimonats-US-Dollar-Zinssatz ausgleicht.

Kassakurs höher als Terminkurs
Ist der Terminkurs per 3 Monate niedriger als der Kassakurs, so ist der Dreimonats-Euro-Zinssatz niedriger als der Dreimonats-US-Dollar-Zinssatz. Da nun der Anleger USD auf Termin in 3 Monaten gekauft hat, die Bezahlung jedoch erst dann stattfindet, kann er für die verbleibende Zeit den dann fälligen Betrag nur zu einem im Vergleich zum USD-Dreimonats-Zinssatz niedrigeren EURO-Dreimonats-Zinssatz anlegen. Für diese aus seiner Sicht negative Zinsdifferenz wird der Anleger entschädigt, indem er US-Dollar auf Termin per 3 Monate günstiger, also mit einem Deport (Terminabschlag) kaufen kann. Auch hier entspricht die Differenz zwischen Kassa- und Terminkurs genau die Zinsdifferenz zwischen Dreimonats-Euro-Zinssatz und Dreimonats-US-Dollar-Zinssatz.

Der Swapsatz, also die Differenz zwischen Kassakurs und Terminkurs, entsteht durch die Zinsdifferenz der beiden involvierten Währungen und kann, wie oben erläutert, sowohl positiv als auch negativ sein. Je höher die Zinsdifferenz zwischen den beiden involvierten Währungen, desto höher auch die Auf- bzw. Abschläge. Ebenso ist die Laufzeit entscheidend. Auch hier gilt, dass umso länger die Laufzeit, desto höher die Auf- bzw. Abschläge. Standardmäßig werden Terminkurse für 1, 2, 3, 6 und 12 Monate quotiert. Der Terminkurs einer Währung ergibt sich somit nur aufgrund der Zinsdifferenz sowie der Laufzeit der beiden involvierten Währungen und nicht aufgrund von Spekulationen wie zum Beispiel am Rohstoffmarkt der Fall. Wäre dies nämlich nicht der fall, so könnte durch die Spekulationen mit Devisen ein risikoloser gewinn erzielt werden.