Stille Reserven

Auch Stille Rücklagen
engl. Secret Reserves

Stille Reserven sind Geldwerte, die aus der Bilanz heraus nicht ersichtlich sind. Wird die Bilanz eines Unternehmens analysiert, können stille Reserven somit nicht erkannt werden. Dies liegt daran, dass entweder Vermögensgegenstände (Aktiva) unterbewertet sind oder aber Schulden (Passiva) überbewertet sind.

Stille Reserven der Aktiva

Findet eine Unterbewertung der Aktiva statt, kann es sich beispielsweise um Fehler bei der Abschreibung auf einzelne Maschinen oder Anlagen handeln. Ebenso kann die Nutzungsdauer von Maschinen oder Firmenautos zu gering angesetzt worden sein. Stille Reserven treten auch bei Grundstücken auf, da diese häufig langfristig im Preis steigen, diese Preissteigerung dann jedoch nicht in der Bilanz verbucht ist. Die Differenz zwischen Bilanzwert des Grundstückes und tatsächlichem Marktpreis des Grundstückes spiegelt dann die stille Reserve wider.

Stille Reserven der Passiva

Findet hingegen eine Überbewertung der Passiva statt, so wurde der Wert der Schulden zu hoch ausgewiesen. Der tatsächliche Schuldenwert ist demnach geringer als er aktuell in der Bilanz auf der Passiva verbucht ist.

Sowohl bei den stillen Reserven der Aktiva als auch bei den stillen Reserven der Passiva handelt es sich bei der Differenz zwischen dem in der Bilanz ausgewiesenen Wert und tatsächlichem Wert um einen einmalig anfallenden Gewinn für das Unternehmen. Stille Reserven sind in den meisten Ländern jedoch verboten, da sie zu Verzerrungen in der Bilanz führen und nicht vereinbar mit den Rechnungslegungsstandards sind.