Spekulationsblase

engl. Economic Bubble oder Speculation Bubble

Eine Spekulationsblase an der Börse kennzeichnet sich dadurch aus, dass Preise für bestimmte Anlageklassen wie zum Beispiel Aktien übermäßig und vor allem unverhältnismäßig teuer sind. Der Preis eines Vermögensgegenstandes entfernt sich überproportional von dessen fundamentalen Wert. Platzt die Blase schließlich, so kommt es zu einer drastischen Wertanpassung. Eine Spekulationsblase ensteht vor allem durch 'billiges Geld', welches einen kreditfinanzierten Anstieg der Aktienmärkte antreibt. Diese starken Kursanstiege stimmen jedoch nicht mit den realen wirtschaftlichen Fundamentaldaten überein, sondern werden vor allem durch aktuell niedrige Zinsen getrieben.
Anleger glauben inmitten der Spekulationsblase, dass sie weiterhin mit Aktienkäufen Geld verdienen können, obwohl die Preise schon sehr weit gestiegen sind. Blasen am Markt entstehen vor allem durch irrationales Handeln, weshalb Anleger glauben, dass die Preise noch weiter steigen werden. Aus diesem Grund kaufen die schlecht informierten und unerfahrenen Anleger weiter Aktien, institutionelle und erfahrene Anleger verkaufen in solchen Übertreibungsphasen jedoch bereits schon oft ihre Bestände. Der Legende nach bekam Joe Kennedy, Börsenmillionär und Vater des späteren amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy, im Jahre 1928 von einem Schuhputzer einen Aktientipp. Dies war ein Wahnsignal für Kennedy, denn "wenn schon Schuhputzer Aktientipps geben, so ist es wohl Zeit, Aktien zu verkaufen." Zu dieser Zeit kauften tatsächlich viele Leute Aktien, um an der Börse kurzfristig Geld zu verdienen. Kennedy behielt Recht, kurze Zeit später brachen die weltweiten Börsen ein. Der berüchtigte Schwarze Donnerstag ließ die Spekulationsblase platzen. Die erste Spekulationsblase an den Börsen war allerdings die Tulpenmanie in Holland im Jahre 1637.