Short Straddle

Short Straddle ist eine Optionsstrategie, bei der der Anleger gleichzeitig eine Call Option (Short Call) und eine Put Option (Short Put) verkauft, welche in der Regel am Geld notieren und die gleichen Ausstattungsmerkmale (Basispreis, Laufzeit, Bezugsverhältnis) besitzen. Bei dieser Strategie profitiert der Anleger dann, wenn sich die Kurse des Basiswertes der Optionen nur sehr wenig bis überhaupt gar nicht bewegen. Mit der Short Straddle Strategie kann zudem auf eine abnehmende Volatilität spekuliert werden, da die Volatilität einer Option den Optionspreis stark beeinflusst und allgemein gilt, dass umso niedriger die Volatilität ist, desto mehr sinkt auch der Wert der Option, da mit abnehmender Volatilität die Ausübung durch den Käufer unwahrscheinlicher wird.
Zunächst erhält der Anleger durch den Verkauf der Call und Put Option zweimal den jeweiligen Optionspreis. Dieser Betrag ist jedoch auch gleichzeitig der maximale Gewinn, den der Anleger erzielen kann. Er wird dann erzielt, wenn am Verfallstag der Kurs des Basiswertes genau dem Basispreis der beiden Optionen entspricht.
Der Verlust jedoch ist theoretisch unendlich, der Anleger erleidet jedoch erst dann einen Verlust, wenn sich der Kurs des Basiswertes um mehr als den Gesamterlös durch den vorherigen Verkauf beider Optionen vom Basispreis entfernt hat.
Bei der Straddle-Optionsstrategie endet in der Regel eine Option im Geld, wohingegen eine Option aus dem Geld endet, also wertlos verfällt. Nun darf die Option, welche im Geld endet, am Verfallsdatum keinen höheren Wert haben, als der Anleger vorher durch den Verkauf beider Optionen erhalten hat.

Zum Beispiel:
Der Anleger erzielt durch den Verkauf der Call und Put Optionen einen Erlös von 5 Euro. Beide Optionen sind mit einem Basispreis von 30 Euro auf Aktie XY ausgestattet. Nun darf die Aktie am Verfallstag nicht über 35 Euro oder unter 25 Euro notieren, damit der Anleger am Verfallstag keinen verlust erleidet. Dementsprechend muss die Aktie unter 35 Euro und über 25 Euro notieren, damit ein Gewinn erzielt wird.

Sollte der Anleger jedoch eine Richtung des Basiswertes präferieren, so sollte er dies bei der Wahl der Optionen auch berücksichtigen. Glaubt er zum Beispiel, dass der Basiswert eher steigen wird, so sollte die Call Option leicht aus dem Geld sein. Die Put Option wäre dementsprechend leicht im Geld, da bei einem Straddle der Basispreis der Call und Put Option immer identisch sein muss. Steigt tatsächlich der Basiswert, befinden sich dann wieder beide Optionen am Geld und der Anleger würde davon profitieren, dass beide am Geld-Optionen einem hohen Zeitwertverlust ausgesetzt sind. Dies führt dann dazu, dass der Wert beider Optionen sinkt.