Short-ETF

Ein Short-ETF entwickelt sich entgegen dem zugrunde liegenden Index. Der Anleger kann somit mit einem Short-ETF auf fallende Kurse beim Referenzindex spekulieren. Auf Tagesbasis wird dadurch erreicht, dass der Anleger beinahe 1:1 von fallenden Kursen des Index profitiert. Über einen mittel- bis langfristigen Zeitraum spiegelt der Short-ETF jedoch nicht die entgegengesetzte Rendite des Index wider. Grund für die Abweichung ist die sogenannte Pfadabhängigkeit. Diese verursacht, dass der Anleger mit einem Short-ETF nicht 1:1 von fallenden Kursen profitiert. Bei der Berechnung der Performance des Short-ETFs wird nicht die absolute Wertentwicklung in Punkten herangezogen, sondern "nur" die relative prozentuale Entwicklung. Durch diese Methode findet die Berechnung prozentual und jeden Tag neu statt und es wird nicht der Punktestand des Index berücksichtigt.
Bei einem Short-ETF erhält der Anleger jedoch noch den doppelten Tagesgeldzinssatz. Für den Euroraum ist dies in der Regel der EONIA. Diese Zinsen resultieren bei einem Short-ETF aus dem Anlagevermögen (eingezahltes Geld der Anleger für Ausgabe der ETF-Anteile) und das durch den Leerverkauf zusätzlich erhaltene Geldvermögen. Diese Zinsen werden dem Kurs des ETFs gutgeschrieben und nicht direkt ausbezahlt.