Rückstellung

engl. Provision

Rückstellungen werden in der Bilanz auf der Passivseite unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen und haben somit Schuldcharakter. Rückstellungen werden für möglich anstehende Belastungen gebildet, in denen das Unternehmen Leistungen an Dritte zahlen muss. Die Höhe sowie die Wahrscheinlichkeit der Zahlung ist dabei jedoch noch unklar. Oftmals handelt es sich bei den Ereignissen um offene Gerichtsverfahren oder um schwebende Steuerfragen, für die Rückstellungen gebildet werden müssen. Nach IFRS müssen Rückstellungen dann gebildet werden, wenn der Grund der Rückstellung eine Eintrittswahrscheinlichkeit von mehr als 50 % aufweist. Ansonsten muss im Anhang als Eventualverbindlichkeit eine Angabe getätigt werden. Eine Rückstellung kommt jedoch quasi einem Zugeständnis oder einem nach außen hin wirkenden Aufgeben bei, dass die Rechtstreitigkeit wahrscheinlich verloren gehen wird. Deshalb gehen Unternehmen mit Rückstellungen eher zurückhaltend um. Werden jedoch Rückstellungen gebildet, so sind diese in der Bilanz dem kurzfristigen Fremdkapital zuzuordnen, da es sich um in der Zukunft liegende Aufwendungen handelt. Rückstellungen sind abzuzinsen, falls die Zahlung des voraussichtlichen Erfüllungsbetrages mehr als 12 Monate in der Zukunft liegt. Jeweils zum Bilanzstichtag muss überprüft werden, um die Gründe für die Rückstellung und die daraus reultierende Höhe weiterhin so bestehen. Werden Rückstellungen nicht benötigt, so müssen diese aufgelöst werden und es kommt zu einem sogennanten Einmaleffekt, welcher positiv die Gewinn- und Verlustrechnung beeinflusst.