Quasi-Staatsanleihe

Auch Staatsnahe Anleihe

Bei einer Quasi-Staatsanleihe handelt es sich um eine Anleihe, welche nicht direkt von einem Staat emittiert wurde, trotzdem über eine Staatsgarantie verfügt. Sollte es also zu einer Zahlungsunfähigkeit oder Insolvenz des ursprünglichen Emittenten kommen, muss der entsprechende Staat bzw. die Staaten für die Rückzahlung der Anleihe garantieren. Quasi-Staatsanleihen sind somit immer durch Staaten gesichert auch wenn nicht ursprünglich von ihnen emittiert.
So ist die Landesobligation oder die Landesschatzanweisung eine Quasi-Staatsanleihe, da diese durch den Staat Deutschland bzw. dem Länderfinanzausgleich gesichert sind. Ebenso gehören Anleihen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder der Europäischen Investitionsbank zu den Quasi-Staatsanleihen, da in beiden Fällen die jeweiligen Staaten als Anteilseigner für die Institutionen mithaften. Ebenso sind Anleihen der Afrikanischen Entwicklungsbank staatsnahe Anleihen, da mehrere afrikanische und nicht-afrikanische Staaten (u. a. Deutschland, USA, China) Mitglieder dieser Organisation sind und Anteile halten. Quasi-Staatsanleihen besitzen deshalb oft ein ausgezeichnetes Rating, da ein Zahlungsausfall oder sogar Totalverlust sehr unwahrscheinlich, aber natürlich nicht unmöglich, ist. Staatsnahe Anleihen werden trotzdem gelegentlich höher verzinst, weil sie oft auf eine exotische Währung lauten oder zumindest in einer Fremdwährung notieren, die aus Schwellenländern oder Emerging Markets stammt und dadurch einer höheren Volatilität und einem größeren Abwertungsrisiko ausgesetzt ist.