Auch Monetäre Lockerung
engl. Quantitative Easing (QE)

Die quantitative Lockerung ist eine Maßnahme der jeweiligen Zentralbank eines Landes / eines Währungsraumes, bei der die Geldmenge ausgeweitet wird, indem die Zentralbank durch verschiedene Maßnahmen Geld in die Wirtschaft ‚pumpt‘. Die Zentralbanken gehen dabei folgendermaßen vor:

Der Leitzins lässt sich nicht weiter senken, trotzdem soll die expansive Geldpolitik ausgeweitet werden. In diesem Fall kauft die Zentralbank gesicherte Wertpapiere und Staatsanleihen von verschiedenen Ländern, um deren Wirtschaften mit mehr Geld zu versorgen. Die Kreditinstitute haben dann ‚frisches Geld‘, welches ihnen zur Verfügung steht. Damit die quantitative Lockerung Erfolg hat, muss dieses Geld anschließend an Privatleute und Unternehmen in Form von Krediten verliehen werden, um somit die Wirtschaft nachhaltig anzukurbeln.

Hauptziel des Programmes ist es, die langfristigen Zinsen an den Anleihenmärkten zu senken und mehr Geld ins Bankensystem zu leiten, welches anschließend in Form von Krediten an Privatleute und Unternehmen weitervergeben werden soll. Werden die Zinsen an den Anleihenmärkten nachhaltig gesenkt, können sich die Staaten anschließend günstiger verschulden.

Die EZB darf nach dem Gesetz jedoch Anleihen und Vermögenswerte nicht direkt von den Staaten kaufen. Deshalb kauft sie Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt. Die EZB kauft also Staatsanleihen auf, die vorher im Besitz von jemand anderem waren, z.B. einem Privatanleger, einem Pensionsfonds oder einer Bank. Die FED, die Bank of Japan sowie die Bank of England kaufen Staatsanleihen jedoch direkt von den Regierungen auf. Sie agieren somit am Primärmarkt.

Das Programm kann jedoch auch seine Ziele verfehlen. Wenn die Banken das Geld auf ihren Konten belassen und nicht an Privatleute und Unternehmen weiterleiten, hat die quantitative Lockerung keinen Erfolg, da so die Wirtschaft nicht mit dem zusätzlichen Geld versorgt wird. Ebenso kann der schnelle und zum Teil enorme Anstieg der Geldmenge zu einer hohen Inflationsrate führen, was letztendlich zu einer Hyperinflation führen kann. Außerdem kann die zusätzliche Liquidität zum größten Teil an der Börse angelegt werden und somit zu einer Spekulationsblase beitragen.