Private-Label-Fonds

Auch PLF oder White Label Fonds

Mit einem Private-Label-Fonds hat ein Anleger oder ein Unternehmen die Möglichkeit, einen eigenen Fonds individuell zu gestalten und hinterher an der Börse zu vertreiben.
Dabei lagert er jene Aufgaben, die er nicht selber übernehmen kann, an ein Finanzinstitut aus, welches den Fonds auflegt und anschließend verwaltet. Das Finanzinstitut übernimmt unter anderem die täglichen Abwicklungs- und Buchführungsaufgaben sowie weitere regulatorische Tätigkeiten, sodass sich der Auftraggeber fast ausschließlich um das Portfoliomanagement des Fonds kümmern kann. Der Auftraggeber bestimmt die Anlagestrategie des Fonds sowie welche Wertpapiere mit dem Fondsvermögen gekauft werden. Der Sinn eines White Label Fonds besteht somit in der Aufgabenteilung zwischen Auftraggeber und Finanzinstitut, da der Auftraggeber nicht über die Möglichkeiten verfügt, einen Fonds aufzulegen und beispielsweise die täglichen Fondsanteilspreise zu ermitteln, er dafür jedoch eine bestimmte Anlagestrategie besitzt, die er mit diesem Fonds umsetzen und potenziellen Anlegern anbieten möchte.
Die Hürden, solch einen Fonds jedoch tatsächlich aufzulegen, sind in Deutschland allerdings sehr hoch. Unter anderem wird eine sogenannte 32 KWG-Lizenz benötigt, die es erlaubt, als Vermögensverwalter gewerblich in Deutschland zu agieren. Diese alleine kostet mehrere Tausende von Euros. Außerdem muss, um alle juristischen Prozesse ordnungsgemäß in Wege zu leiten, eine Kanzlei mit in die Gründung eines Private-Label-Fonds eingebunden werden.