Option

engl. Option

Eine Option ist ein Derivat und wird ausschließlich an einer Terminbörse wie der EUREX gehandelt. Der Käufer einer Call Option erhält das Recht (jedoch nicht die Pflicht), einen Basiswert zu einem vorher festgelegten Preis in der Zukunft zu kaufen. Der Käufer einer Put Option erhält hingegen das Recht (jedoch nicht die Pflicht), einen Basiswert zu einem vorher festgelegten Preis in der Zukunft zu verkaufen. Anders als bei Optionsscheinen können Privatpersonen auch die Stillhalterposition in einem Optionsgeschäft einnehmen. Dies bedeutet, dass Person A eine Option emittieren kann und an Person B verkaufen kann. In diesem Fall nimmt Person A eine passive Rolle ein, da er abwarten muss, ob Person B diese ausführt oder verfallen lässt. Bei einem Optionsschein hingegen kann dies nur die Bank bzw. das Finanzinstitut.

Bei dem Optionsgeschäft gibt es insgesamt 4 Positionen, die eingenommen werden können:

  • Long Call (Man kauft das Recht, den Basiswert zu kaufen)
  • Long Put (Man kauft das Recht, den Basiswert zu verkaufen)
  • Short Call (Man verkauft eine Kaufoption an Person B. Wenn das Optionsrecht von B ausgeübt wird, muss der Basiswert an B verkauft werden.
  • Short Put (Man verkauft eine Verkaufsoption an Person B. Wenn das Optionsrecht von B ausgeübt wird, muss der Basiswert von B gekauft werden.

Zum Beispiel:
Da die meisten Anleger mit einem Long Call konfrontiert werden, also mit dem Kauf einer Option, wird hierzu ein passendes Beispiel gegeben:
Die Aktie XY notiert aktuell bei 80 Euro. Der Anleger kauft nun eine Kaufoption (Call Option) auf Aktie XY mit der vereinbarten Bedienung, dass er für die Aktie XY in drei Monaten 90 Euro bezahlen wird. Für das Recht des Erwerbes muss er für die Option 3 Euro bezahlen. Nach den drei Monaten steht nun die Aktie bei 105 Euro. Der Anleger kann nun seine Kaufoption ausüben. Dabei kann er nun die Aktie XY für 90 Euro vom Verkäufer der Kaufoption kaufen. Zuzüglich des Optionspreis von 3 Euro, hat er somit 93 Euro für die Aktie bezahlt und somit einen Gewinn von 12 Euro erzielt (Aktueller Kurs (105 Euro) – Kosten (93 Euro)). Andersherum könnte die Aktie jedoch auch nach den drei Monaten auf 72 Euro gefallen sein. In diesem Fall wird der Anleger seine Option nicht ausüben und erleidet einen Verlust in Höhe des Optionspreises (hier also 3 Euro). Den Optionspreis bekommt der Anleger nie zurück, egal ob die Option ausgeübt wird oder nicht.
In den meisten Fällen findet am Ende der Laufzeit der Option jedoch ein Barausgleich statt. Dabei findet keine physische Lieferung des Basiswertes statt, es wird lediglich der Differenzbetrag zwischen Basispreis und aktuellem Marktwert des Basiswertes ausgezahlt.

Bei der Long Call- und Long Put-Position muss der Optionspreis an den Verkäufer gezahlt werden. Dieses Geld erhält man nicht zurück, auch wenn die Option nicht ausgeführt wird. Sie dient dem Verkäufer als Prämie für das Risiko, welches er bei dem Geschäft eingegangen ist. Bei der Short Call- und Short Put-Position erhält man hingegen den Optionspreis als Prämie für das eingegangene Risiko, den Basiswert liefern zu müssen. Diese Prämie darf auf jeden Fall behalten werden, unabhängig davon ob Person B sein Recht einlöst oder nicht.
Handelt es sich um eine europäische Option, kann das Recht nur am Ende der Laufzeit ausgeübt werden. Handelt es sich um eine amerikanische Option, kann das Recht jederzeit ausgeübt werden.
Wenn eine Option bis zum letzten Handelstag nicht ausgeübt wird, verfällt sie wertlos.
Optionen sind standardisiert. Dies bedeutet, dass Menge und Qualität (des Basiswertes) sowie Lieferdatum für eine Option immer fest geregelt sind. Lediglich der Preis wird an der Terminbörse durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

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