Nominales Bruttoinlandsprodukt

Das nominale Bruttoinlandsprodukt gilt als geläufigste Form, um die Leistungsfähigkeit und die Wertschöpfung unterschiedlicher Länder und Regionen zu vergleichen. Das nominale BIP berücksichtigt weder Inflation noch Deflation. Ebenso werden Wechselkurseffekte nicht berücksichtigt, da die Landeswährungen zu den aktuellen Wechselkursen umgerechnet werden.
Der Nachteil des nominalen BIP liegt darin, dass Preissteigerungen (Inflation) als Wirtschaftswachstum erscheinen. Somit kann es zu starken Verzerrungen kommen, wenn Industrie- und Entwicklungsländer miteinander verglichen werden, da die Inflation in Entwicklungsländern oft und zum Teil deutlich stärker auftritt. Steigt das nominale Bruttoinlandsprodukt trotz gleichbleibender Warenproduktion an, so ist dieses Wachstum auf die Inflation zurückzuführen.
Schrumpft die Wirtschaft eines Landes real um 2%, liegt die Inflation jedoch bei 3%, steigt das nominale Bruttoinlandsprodukt um 1%. Deutlicher aussagekräftiger ist hingegen das reale Bruttoinlandsprodukt, da dies Preiseffekte und Wechselkursveränderungen herausrechnet.