Bei dem Leverage Effekt handelt es sich um eine Verbesserung der Eigenkapitalrendite durch eine zusätzliche Aufnahme von Fremdkapital. Mithilfe des Leverage Effektes lassen sich jedoch nur zusätzlich Gewinne erzielen, wenn die Gesamtkapitalrendite höher als der Zins ist, der für das aufgenommene Fremdkapital bezahlt werden muss:

Erfolgreicher Leverage Effekt:
Gesamtkapitalrendite = 10 Prozent
Fremdkapitalzins = 6 Prozent

Gescheiterter Leverage Effekt:
Gesamtkapitalrendite = 4 Prozent
Fremdkapitalzins = 7 Prozent

Zum Beispiel:
Eine Investition hat einen Wert von 100 Euro. 50 Euro wurden durch Eigenkapital, 50 Euro wurden durch Fremdkapital finanziert. Der Wert der Investition steigt nun um 10 Prozent auf 110 Euro. Liegt nun der Fremdkapitalzins bei 6 %, so sind auf das Fremdkapital von 50 Euro jährlich 3 Euro Zinsen zu bezahlen. Nach Abzug dieser Zinskosten liegt der Gewinn bei 7 Euro. Die Gesamtkapitalrendite liegt somit bei 7 %. Die Eigenkapitalrendite hingegen liegt bei 14 % (Gewinn / Eigenkapital = 7 € / 50 € = 14 %).
Hätte man jedoch die Investition nur durch Eigenkapital (also 100 Euro Eigenkapital) finanziert, würde die Eigenkapitalrendite bei einem Gewinn von 10 Euro nur bei 10 % liegen. Durch die Aufnahme von Fremdkapital konnte somit durch eine Verringerung des Eigenkapitals die Eigenkapitalrendite gesteigert (gehebelt) werden.

Es kann durchaus Sinn machen, Schulden aufzunehmen, um die Eigenkapitalrendite zu steigern. Fremdkapital kann als Eigenkapitalrenditehebel dienen. Steigt der Wert einer Investition, die zu 50 Prozent mit Eigenkapital und zu 50 Prozent mit Fremdkapital finanziert ist, um 10 Prozent, dann steigt die Rendite auf das eingesetzte Kapital um 20 Prozent (ohne Berücksichtigung von Fremdkapitalzinsen).
Allerdings gilt auch, dass je stärker vom Leverage-Effekt Gebrauch gemacht wird (also je höher der Fremdkapitalanteil am Gesamtkapital), desto höher das Risiko für das Unternehmen im Falle einer Zinserhöhung. Steigt der Marktzins und macht das jeweilige Unternehmen stark vom Leverage-Effekt Gebrauch, so steigen einerseits die Fremdkapitalkosten an, anderseits führt dies zu einer Verringerung der Eigenkapitalrendite, da nun die Zinszahlungen auf das Fremdkapital einen größeren Kostenfaktor darstellen und so letztendlich den Gewinn verringern.
Außerdem, beabsichtigt ein Unternehmen konkret die Eigenkapitalrendite zu steigern, kann es auch schlicht Eigenkapital reduzieren und so die Eigenkapitalquote senken. Dies ist beispielsweise durch den Aktienrückkauf möglich. Daraus folgt, dass das Eigenkapital hinterher einen geringeren Anteil am Gesamtkapital ausmacht, das Fremdkapital hingegen macht hinter einen größeren Anteil am Fremdkapital aus.