Auch KGV
engl. Price-Earning Ratio (P/E Ratio)

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis dient als Kennzahl der Aktienbewertung und gibt an, mit welchem Vielfachen des aktuellen oder zukünftigen Gewinnes ein Unternehmen an der Börse bewertet ist. Dabei setzt das Kurs-Gewinn-Verhältnis den aktuellen Kurs einer Aktie ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie. Der Anleger kann mithilfe der Kennzahl darüber Aufschluss erhalten, ob eine Aktie zu günstig, zu teuer oder angemessen bewertet ist. Allerdings darf das KGV nicht ohne Berücksichtigung weiterer wichtiger Kennzahlen zur seriösen Unternehmensbewertung betrachtet werden.

Berechnung:

kgv2

oder

kgv3

Bei einem KGV von z.B. 8 muss der Anleger das Achtfache des Jahresgewinnes zahlen, wenn er die Aktie kaufen will. Je niedriger das KGV, desto günstiger ist das Unternehmen an der Börse bewertet. Grob eingeordnet lässt sich eine Aktie mit einem KGV von unter 10 als günstig bewerten, ein KGV zwischen 10 bis 20 wird als fair und angemessen betrachtet, ein Aktie mit einem KGV von über 20 wird hingegen als teuer bewertet.

Die Komponente „Gewinn pro Aktie“, die zur Berechnung der Kennzahl nötig ist, ist jedoch immer auch nur eine Einschätzung für das laufende Geschäftsjahr. Der angegebene Gewinn pro Aktie wurde also noch gar nicht erzielt, er basiert auf Prognosen und ist somit immer mit Vorsicht zu betrachten. Kurs-Gewinn-Verhältnisse aus vergangenen Jahren beinhalten hingegen den tatsächlichen erzielten Gewinn pro Aktie. Außerdem sind Aktienmärkte sehr zukunftsorientiert. Der aktuelle Unternehmensgewinn sollte deshalb nie Grundlage eines Investments sein, da er nur sehr beschränkt über die zukünftigen Gewinne des Unternehmens Aussagen treffen kann. Dies sollte vor allem immer bei einer sogenannten Growth-Aktie berücksichtigt werden.

Die Schwäche des Kurs-Gewinn-Verhältnisses liegt jedoch darin, dass es ausschließlich genutzt werden kann, wenn das jeweilige Unternehmen einen Gewinn erzielt. Erleidet es jedoch einen Verlust oder erreicht minimal die sogenannte Gewinnschwelle, ist das KGV nicht anwendbar bzw. nicht aussagekräftig. Dann jedoch existieren andere Bewertungskennzahlen, die genutzt werden können, um Erkenntnisse über die (zukünftige) Gewinnsituation des Unternehmens zu erhalten. Dazu gehört in erster Linie das Kurs-Cashflow-Verhältnis, welches angibt, in welchem Verhältnis der Aktienkurs zum Cashflow bewertet ist, also wie hoch der Zufluss an liquiden Mitteln je Aktie ist. Dabei handelt es sich jedoch nicht um den Gewinn, da der Cashflow nur alle tatsächlich stattgefundenen Zahlungen berücksichtigt und somit nicht zahlungswirksame Zahlungen, wie Rückstellungen oder Abschreibungen, unberücksichtigt lässt. Oftmals können jedoch hohe Abschreibungen oder Rückstellungen dazu geführt haben, dass das Unternehmen ein negatives KGV aufweist, obwohl es vielleicht sogar im operativen Geschäft seinen Gewinn steigern konnte.

Ein Anstieg des KGVs bedeutet entweder, dass der Aktienkurs angestiegen ist oder aber dass der Gewinn des Unternehmens zurückgegangen ist. Dementsprechend beudetet ein Rückgang des KGVs, dass der Aktienkurs gefallen ist oder aber der Gewinn des Unternehmens gestiegen ist.