Innere Abwertung

Eine innere Abwertung findet in der Regel in Ländern mit einer stark angeschlagenen Wirtschaft statt, welche zusätzlich ein deutliches Handelsbilanzdefizit aufweisen. Wenn solche Länder nicht in der Lage sind, die eigene Währung abzuwerten, weil sie beispielsweise Mitglied einer Währungsunion sind, gehen sie den Weg über die innere Abwertung, um wieder wettbewerbsfähig zu werden.
Bei der inneren Abwertung wird dann versucht, die Preise und Löhne innerhalb des Landes deutlich zu senken. Durch die niedrigeren Löhne werden Importe teurer, wodurch mehr nach inländischen Produkten nachgefragt wird und so die heimische Wirtschaft angekurbelt werden soll. Die niedrigen Preise sorgen dafür, dass die Exporte günstiger werden. Dies wiederum hat zur Folge, dass aus dem Ausland mehr nachgefragt wird, das Land so mehr exportieren kann und die Einnahmen steigen. Dadurch kann das Handelsbilanzdefizit verringert werden und die Wirtschaft wieder an Schwung gewinnen.
Die innere Abwertung ist jedoch langfristig ausgerichtet und bei weitem nicht einfach zu realisieren. Die ersten zwei Jahre werden oftmals vor allem für die Bevölkerung als sehr hart betrachtet, da die innere Abwertung kurzfristig zu einer höheren Arbeitslosigkeit und zu einem weiteren Rückgang des Bruttoinlandsproduktes führen kann. Zusätzlich kann sie eine Deflation auslösen, wenn die weltweite Inflation niedrig ist. Die innere Abwertung darf nicht mit der Währungsabwertung verwechselt werden.