Inflationsrisikoprämie

Die Inflationsrisikoprämie ist als eine Art Risikoaufschlag für konventionelle Anleihen zu verstehen, da diese der Gefahr einer ansteigenden Inflation komplett ausgesetzt sind. Steigt die Inflation unerwartet stark an, so mindert sich der Realzins von herkömmlichen Anleihen. Um den Investor für dieses Inflationsrisiko zu entschädigen, müsste deshalb die konventionelle Anleihe eine Inflationsrisikoprämie in Form eines höheren Kupons (Zinssatzes) bieten. Die inflationsindexierte Anleihe hingegen ist gegen eine steigende Inflation abgesichert, da bei ihr die einzelnen Kuponzahlungen sowie der Rückzahlungsbetrag an einem Verbraucherpreisindex gekoppelt sind und dadurch der Nominalzins der Inflationsrate angepasst wird. Je länger die Laufzeit der konventionellen Anleihe, desto höher sollte auch die Inflationsrisikoprämie sein. Dies schon aufgrund der Tatsache, dass es schwieriger ist, für längerfristige Zeiträume akkurate Inflationserwartungen festzustellen und der Anleger somit ein höheres Risiko eingeht.
Berechnet wird die Inflationsrisikoprämie als Differenz zwischen Breakeven-Inflationsrate und erwartetet Inflation vom Markt für eine bestimmte Laufzeit. Um Kenntnisse über über erwartete Inflationsraten zu erhalten, werden in der Regel Prognosen der jeweiligen Zentralbank eingeholt.