Merkmale von Gold als Investment

Anleger können auf verschiedene Wege in Gold investieren. Zunächst ist dabei zu unterschieden, ob über die Börse in Gold investiert werden soll oder aber ob durch eine physische Anlage in das Edelmetall investiert werden soll. Der Nachteil einer Geldanlage in Gold liegt darin, dass Gold weder Zinsen noch eine Dividende ‚abwirft‘. So hat Gold in den letzten 2000 Jahren zwar niemals komplett seinen Wert verloren, dafür jedoch in diesem Zeitraum auch keinen einzigen Cent an Zinsen oder Dividenden gezahlt. Der Vorteil von Gold liegt darin, dass es oftmals, jedoch fälschlicherweise, als Inflationsschutz angesehen wird. In der Praxis steigt der Goldpreis jedoch eher im Vorfeld einer aufkommenden Inflation als zum Zeitpunkt einer hohen Inflation selbst. Gold während einer Deflation und Inflation dient somit nicht als ausreichender Schutz, auch wenn dies oftmals noch die Meinung des breiten Marktes ist. Der Preis von Gold steigt jedoch oftmals dann, sobald sich eine Krise, in welcher Form auch immer, anbahnt. Dabei kann es sich um mögliche Militärkonflikte, Kriege, Finanzkrisen oder Währungskrisen handeln. Der Anleger kann nun über folgende Wege in Gold investieren, es sollte stets berücksichtigt werden, in welcher Form auch immer in Gold investiert wird, dies nur als Beimischung für das Portfolio zu nutzen.

Physisches Gold

Als physische Geldanlage kann Gold bei Banken und Sparkassen direkt gekauft werden. Bei dem Kauf fällt keine Mehrwertsteuer an. Jedoch sollte Gold nur bei Einrichtungen gekauft werden, die Mitglied im Berufsverband deutscher Münzhändler e.V. sind. Diese stellen dann beim Kauf auch ein Echtheitszertifikat aus. Bei Banken und Sparkassen kann gleichzeitig mit dem Kauf ein Bankschließfach angemietet werden. Dies kostet jedoch im Jahr zwischen 35-45 Euro.

Gold-Finanzprodukte

Es gibt zahlreiche Finanzprodukte, mit denen an der Entwicklung des Goldpreises partizipiert werden kann. So können Anleger beispielsweise mit einem Knock-out-Zertifikat oder mit einem Optionsschein durch den Kauf über die Börse an der Entwicklung des Goldpreises partizipieren. Durch den Kauf eines Future oder einer Option an einer Terminbörse kann ebenfalls auf den Goldpreis spekuliert werden. Allen ist jedoch gleich, dass der Anleger bei solchen Engagements ein Währungsrisiko eingeht, welches er nur dadurch vermeiden kann, indem er ein sogenanntes Quanto-Zertifikat auf den Goldpreis kauft oder aber eine Gegenposition für das entsprechende Währungspaar eingeht. Ansonsten aber erleidet der Anleger dann einen Verlust bzw. die Rendite wird dann gemindert, wenn zum Zeitpunkt des Verkaufes des Gold-Finanzproduktes das Währungspaar EUR/USD höher notiert als zum Zeitpunkt des Kaufes. Dann nämlich erleidet der Anleger einen Währungsverlust. Außerdem kann mit einem Gold-ETC in das Edelmetall über die Börse investiert werden. Dabei handelt es sich um eine unbefristete und durch physisch eingelagertes Gold besicherte Schuldverschreibung. Der Anleger muss dem Fondsverwalter dafür eine jährliche Gebühr in Höhe von ca. 0,5 Prozent bezahlen. Der Vorteil eines Gold-ETC liegt darin, dass bei physischen Gold-ETCs kein Emittentenrisiko besteht und Anleger allgemein bei Gold-ETCs sich nicht um den Roll Over-Vorgang kümmern müssen, welcher ansteht, wenn Finanzprodukte das Ende ihrer Laufzeit erreichen. Dies übernimmt alles die Investmentgesellschaft. Es gibt jedoch damit auch Gold-ETCs, die selbst nur in Finanzprodukte investieren, sprich kein Gold hinterlegt haben und somit riskanter sind. Dieses Merkmal ist jedoch auf den meisten Finanzseiten genau angegeben und letztendlich auch verpflichtend auf der Website der Investmentgesellschaft notiert.

Goldaktien

In Aktien von Goldförderern oder Minenbetreibern zu investieren sind indirekte Investments in Gold. Jedoch korrelieren die Aktienkurse oftmals stark mit dem Goldkurs, da diese Unternehmen beinahe ausschließlich Gold als Umsatzquelle besitzen und diese somit sehr stark von der Kursentwicklung abhängig sind. Bei Aktieninvestments in Gold ist stets der Break-Even Preis des Unternehmens zu beachten, also jener Goldpreis, zudem die Kosten des Unternehmens gedeckt sind. Je niedriger der Break-Even-Goldpreis, desto gewinnbringender kann das Unternehmen das geförderte Gold verkaufen. Der Vorteil darin, über Aktien in Gold zu investieren, liegt in der oftmals gezahlten Dividende. Der Nachteil jedoch darin, dass der Wert im Gegensatz zu Gold selbst auf null fallen kann, sprich, das Unternehmen pleite gehen kann und der Anleger dann einen Totalverlust erleiden würde.

Gold und das Währungsrisiko

Investiert ein Anleger dessen Heimatwährung nicht der US Dollar ist in Gold, so besteht auch immer ein Währungsrisiko, da Gold weltweit in USD gehandelt wird. Investiert ein Anleger außerhalb des USD-Raumes in Gold, so ist die ‚persönliche‘ Wertentwicklung seiner Geldanlage vom Goldpreis aber auch von der Entwicklung seiner heimischen Währung gegenüber des USD abhängig. Wertet seine heimische Währung gegenüber dem USD während der Zeit der Anlage in Gold auf, so beeinflusst dies negativ die Wertentwicklung seiner Goldanlage, wertet sie jedoch gegenüber dem USD ab, so beeinflusst dies positiv seine Geldanlage in Gold.