Implizite Volatilität

engl. Implied Volatility

Die Implizite Volatilität ist eine Kennzahl, welche die erwarteten Preisschwankungen eines Basiswertes anzeigt. Mit ihr wird die aktuelle und zukünftige Schwankungsintensität des Basiswertes einer Option ausgedrückt.
Die implizite Volatilität hat einen großen Einfluss auf den Preis einer Option. Ist die implizite Volatilität hoch, wird auch automatisch der Preis, der für die Option zu bezahlen ist, höher. Um so höher die implizite Volatilität ist, um so teurer ist die Option, da sich mit einer hohen impliziten Volatilität höhere Gewinne erzielen lassen. Die Option wird dementsprechend günstiger, wenn die implizite Volatilität gering ist.
Die Preise für die Optionsscheine werden jedoch nicht nach Angebot und Nachfrage bestimmt, sondern werden von den Stillhaltern, in der Regel Banken, angepasst. Ist also die implizite Volatilität hoch, hebt der Stillhalter (Bank) den Preis für den Optionsschein an. Dies macht die Bank, weil Kursschwankungen den Anleger höhere Kursgewinne versprechen können und somit das Risiko für den Stillhalter auch größer wird, den Anleger hinterher einen höheren Betrag ausbezahlen müssen. In ruhigen Marktphasen sinkt die implizite Volatilität und damit auch der Preis für den Schein, da geringe Kursschwankungen höhere Gewinne nicht zulassen.
Die erwarteten Schwankungen sind bei der impliziten Volatilität bereits im Preis des Optionsscheines enthalten.