Goldstandard

Der Goldstandard war eine Währungsordnung und Festkurssystem, bei der die involvierten Länder von 1870 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges ihre eigene Währung im Verhältnis zum Gold festlegten. Grundpfeiler des Goldstandards war, dass eine Einheit jeder Währung immer einer bestimmten Menge an Feingold entsprach. Gold und Währung waren somit im Goldstandard aneinander gekoppelt. Die jeweiligen Notenbanken des Landes waren zudem dazu verpflichtet, die von ihnen emittierten Banknoten auf Verlangen des Kunden in Gold einzutauschen. Dadurch ergab sich die sogenannte Deckungspflicht, bei der die umlaufende Geldmenge durch einen bestimmten Prozentsatz an Gold gedeckt sein musste. Die Goldeinlösung wurde in den meisten Ländern nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges eingestellt. Zu Beginn der 30er Jahre und infolge der Weltwirtschaftskrise gaben die meisten Länder den Goldstandard auf und ließen von da an entweder ihre Währung frei Schwanken oder führten die Devisenbewirtschaftung ein.

Der Goldstandard ermöglichte zudem, dass der Wert einer Währung jederzeit dem Wert einer anderen Währung zugeordnet werden konnte, so wie es heutzutage durch den Wechselkurs, heute jedoch geschaffen durch Angebot und Nachfrage, möglich ist. Damals war der Goldpreis, welcher staatlich fixiert war, jedoch noch zwischengeschaltet, um Währungen miteinander zu vergleichen. Betrug beispielsweise der Preis für eine Unze Gold in New York 15 US-Dollar, in London jedoch nur 7,5 Pfund Sterling, so ergab sich automatisch ein Wechselkurs zwischen US-Dollar und Pfund von GBP/USD 2,00, ein Pfund Sterling entsprach also zwei US-Dollar.