Gehebelter ETF

Auch Leverage ETF

Ein gehebelter ETF bildet die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index überproportional ab. Mit welchem Vielfachen die Entwicklung des Index abgebildet wird, hängt von dem Hebel des ETFs ab.
Bei einem zweifach gehebelten ETF nimmt der ETF-Anbieter einen Kredit in Höhe des Anlagevermögens auf. Für diesen Kredit ist ein Zinnsatz (EONIA) zu zahlen, welcher täglich vom Fondsvermögen abgezogen wird. Nun partizipiert der ETF doppelt an der Wertentwicklung des Index, da der Anbieter das Anlagevermögen und den Kreditbetrag in den Index investiert. Ein ETF auf den DAX steigt beispielsweise um 3 %, wenn der DAX selber um 1,5 % gestiegen ist. Fällt der DAX jedoch um 1,5 %, so fällt der zweifach gehebelte ETF um 3 %.
Bei der Berechnung der Performance des Leverage ETF wird allerdings nicht die absolute Wertentwicklung in Punkten herangezogen, sondern nur die relative prozentuale Entwicklung. Durch diese Methode findet die Berechnung prozentual und jeden Tag neu statt und es wird nicht der Punktestand des Index berücksichtigt. Somit kann es mittel- bis langfristig zu einer erheblichen Abweichung kommen. Dieser Abweichungsfaktor wird durch die Pfadabhängigkeit beschrieben und kann ebenso bei einem Short-ETF zu einer deutlichen Abweichung zwischen Index und ETF führen.