Fallende Zinsen – Wer profitiert / wer leidet

Fallende Zinsen entwickeln sich oftmals in Zeiten deflationärer Tendenzen heraus und können ein Zeichen für eine schwächelnde Wirtschaft bzw. für einen Rückgang des Wirtschaftswachstums sein. Allgemein gilt, dass Schuldner von fallenden Zinsen profitieren, wohingegen Gläubiger zum gleichen Zeitpunkt unter einem fallenden Zinsniveau leiden.

    Profiteure von steigenden Zinsen:

  • Anleger, bei denen das Portfolio zu einem großen Anteil aus Anleihen besteht, profitieren von fallenden Zinsen am Markt. Denn dadurch steigt der Kurswert ihrer Anleihen. Zinsentwicklung und Anleihenkurse bewegen sich entgegengesetzt. Fallen die Zinsen, steigen die Anleihenkurse, steigen hingegen die Zinsen am Markt, fallen die Kurse der Anleihen.
  • Der Konsum kann durch niedrige Zinsen angekurbelt werden. Wenn Sparern real wenig bis gar keine Zinsen auf ihren Bankkonten angeboten wird, neigen sie eher dazu, anstatt zu Sparen, zu Konsumieren und neue Anschaffungen zu tätigen. Davon profitiert dann letztendlich der Handel.
  • Für Schuldner wird durch fallende Zinsen die Kreditaufnahme günstiger. Haben Schuldner gar einen Roll-Over-Kredit aufgenommen, verringert sich periodisch die Zinslast für den Schuldner so lange, wie auch das Zinsniveau fällt. Deutschland als großer Schuldner profitiert beispielsweise stark von fallenden Zinsen, denn dadurch verringert sich schlicht dessen Zinslast, sprich, Kosten im Haushalt werden eingespart.

    Leidtragende von steigenden Zinsen:

  • Banken und Finanzinstitute leiden unter fallenden Zinsen. Der Zinsüberschuss ist die wichtigste Einnahmequelle einer Bank, in Zeiten fallender Zinsen verringert sich dieser jedoch. Der Zinsüberschuss ist die Differenz zwischen Zinsertrag und Zinsaufwendung. Fällt nun das Zinsniveau, so verringert sich die Spanne zwischen dem, was Banken ihren Einzahlern und Sparern als Zins bieten und dem, was sie für ausgebende Kredite verlangen.
  • Pensionskassen und Pensionsfonds leiden unter fallenden Zinsen. Sie haben nämlich langfristige Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Einzahlern (Mitarbeitern). Diesen Verpflichtungen können Pensionskassen jedoch nun nur deutlich schwerer nachkommen, wenn das verwaltete Kapital der Mitarbeiter zwischen Einzahlung bis Auszahlung nicht angemessen hoch verzinst angelegt werden kann. Niedrige Zinsen zwingen deshalb viele Pensionskassen dazu, bei ihren Investmententscheidungen höheren Risiken einzugehen. Dies wiederum kann nicht nur gefährlich für die einzelne Pensionskasse werden, sondern für das ganze Finanzsystem.