Der Euro-Bund-Future wurde 1990 eingeführt und ist ein Zinsterminkontrakt, der auf eine fiktive deutsche Bundesanleihe mit sechsprozentiger Verzinsung und einer Laufzeit von 8,5 bis 10 Jahren standardisiert ist.
Es wird eine fiktive Anleihe als Basiswert genommen, da bei einer echten Anleihe sich laufend die Restlaufzeit verkürzen wurde und dies auch den Kurs der Anleihe beeinflussen würde. Zusätzlich ist es so nicht möglich, dass eine kleine Anzahl an Anlegern eine große Anzahl der Anleihen hält und so den Preis beeinflussen kann. In den Future einlieferbar sind jedoch effektive Anleihen. In den allermeisten Fällen findet bei einem Futuregeschäft mit Basiswert Bund Future jedoch keine physische Lieferung der entsprechenden Anleihe statt, sondern eine vorherige Glattstellung.

Ein Terminkontrakt besteht aus Anleihen für 100 000 Euro und hat eine Laufzeit von maximal neuen Monaten, da Terminkontrakte immer für die nächsten drei Monate bereitstehen und zu erwerben sind. Verfallstag ist jeweils der 10. Tag in den Monaten März, Juni, September und Dezember. Wie eine herkömmliche Anleihe wird auch der Kurs des Bund Future in Prozent ausgedrückt.

Der Bund Future gilt als wichtiger Indikator für die Entwicklung der langfristigen Zinsen. Steigt der Kurs des Bund Future, erwartet der Markt sinkende Zinsen. Fällt der Kurs des Bund Future hingegen, wird erwartet, dass die Zinsen steigen. Der Kurs des Bund Future wird jedoch von vielen Faktoren bestimmt. Zeigen sich deflationäre Tendenzen oder erweist sich die Wirtschaft weniger stabil als erwartet, steigt der Kurs des Bund Future häufig, was mit fallenden Zinsen einhergeht. In inflationären Zeiten oder in Zeiten in der die Wirtschaft anzieht und sich stetig verbessert, fällt der Kurs des Bund Future oftmals, was zugleich steigende Zinsen verursacht.