Discount-Zertifikat

engl. Discount Certificate

Mit einem Discount-Zertifikat hat der Anleger die Möglichkeit in eine Aktie oder einen Index mit einem Abschlag (Rabatt) zu investieren, dafür jedoch ist seine Gewinnmöglichkeit von vornherein begrenzt.
Ein Discount-Zertifikat ist ein Derivat, dass sich auf einen festgelegten Basiswert bezieht. Die Wertentwicklung des Discount-Zertifikates hängt somit von der Entwicklung des Basiswertes ab. Das Entscheidende ist nun, dass man den Basiswert über das Zertifikat zu einem günstigeren Kurs einkauft, als der Basiswert momentan an der Börse notiert. Für diesen Discount (Preisabschlag) sind die Gewinne jedoch durch den Cap begrenzt.
Schließt der Aktienkurs am Laufzeitende unter dem Cap, erfolgt die Rückzahlung meistens durch Lieferung der zugrunde liegenden Aktie. Handelt es sich bei dem Basiswert um einen Index, erfolgt die Rückzahlung durch Indexzertifikate oder durch eine Zahlung in Höhe des Indexstandes. Schließt die Aktie auf oder oberhalb des Caps, erzielt das Discount Zertifikat seinen maximalen Ertrag und die Rückzahlung erfolgt in bar zum Höchstbetrag.

Zum Beispiel
Ein Discount-Zertifikat auf Aktie XY wird für 20 Euro gekauft. Der Cap des Zertifikates liegt bei 35 Euro.
Der Kurs der Aktie liegt zu diesem Zeitpunkt jedoch bei 30 Euro. Für diesen Preisabschlag von 10 Euro ist der Gewinn, den der Käufer mit dem Zertifikat erzielen kann, begrenzt und beim Kauf bereits festgelegt. Jedes Discount-Zertifikat hat eine begrenzte Laufzeit. Die Auszahlung findet am Ende der Laufzeit statt. Liegt die Aktie XY am Bewertungstag bei 35 Euro oder darüber, erhält der Anleger 35 Euro für sein Zertifikat. Dies ist der Maximalgewinn, den der Anleger erreichen kann. Auch wenn Aktie XY am Ende bei 75 Euro liegt, erhält der Anleger ’nur' 35 Euro. Der Cap ist somit immer der Maximalgewinn, den der Anleger erzielen kann.
Hat sich nun jedoch die Aktie bis zum Bewertungstag im Aktienkurs nicht verändert, steht also immer noch bei 30 Euro, erzielt der Besitzer des Zertifikates im Vergleich zum tatsächlichen Aktienkäufer trotzdem einen Gewinn, da das Zertifikat für 20 Euro gekauft wurde und der Anleger nun die Aktie im Wert von 30 Euro bekommt. Sogar, wenn der Kurs der Aktie auf 25 Euro fällt (der Kauf der tatsächlichen Aktie hätte in diesem Fall bereits einen Verlust von 5 Euro verursacht) erzielt der Besitzer des Zertifikates immer noch einen Gewinn von 5 Euro. Erst wenn der Aktienkurs unter 20 Euro fällt, erleidet auch er Verluste. Liegt der Aktienkurs am Bewertungstag bei 18 Euro, macht das Discount-Zertifikat einen Verlust von 2 Euro. Der direkte Aktienkauf hätte zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits einen Verlust von 12 Euro generiert.