Die Kosten eines ETFs

Die Kosten eines ETFs sind in den meisten Fällen geringer als die Kosten, die für einen aktiv gemanagten Investmentfonds anfallen. Da ein ETF passiv verwaltet wird und lediglich die Aufgabe hat, einen zugrunde liegenden Referenzindex nachzubilden, halten sich die jährlich anfallenden Kosten in der Regel unter 1 %.
Folgende Gebühren können bei einem ETF anfallen:

Verwaltungsgebühr:
Die Verwaltungsgebühr, auch Total Expense Ratio oder Gesamtkostenquote, fällt jährlich an und wird aus dem ETF-Vermögen (Sondervermögen) abgezogen. Dazu wird täglich ein 365stel der Verwaltungsgebühr vom Sondervermögen des ETFs abgezogen. ETFs halten geringe Bargeldbestände vor, von denen sie dann täglich die Verwaltungsgebühr abziehen. Somit müssen nicht erst Wertpapiere verkauft werden, um die Verwaltungsgebühr zu erhalten. Diese Bargeldbestände führen in steigenden Märkten dann jedoch zu einer minimalen Underperformance des ETFs gegenüber dem Referenzindex und zu einer minimalen Outperformance in fallenden Märkten.
Bei einem ETF sind die Verwaltungsgebühren umso höher, je ‘exotischer’ der Markt ist, der vom ETF abgebildet wird.
Zusätzlich entscheidet die Replikationsart des ETFs darüber, wie hoch die Verwaltungsgebühr ist. Hierbei ist die physische Replikation geringfügig teurer als die synthetische Replikation, da bei der physischen Nachbildung immer wieder Wertpapierkäufe bzw. Wertpapierverkäufe durchgeführt werden müssen, um den Index weiterhin 1:1 nachzubilden.
Durchschnittlich liegt die jährliche Verwaltungsgebühr bei einem Aktien-ETF bei ca. 0,50 %, wohingegen bei einem Anleihen-ETF ca. 0,20 % verlangt werden.

Spread:
Der Spread (Differenz zwischen An- und Verkaufskurs des ETFs) stellt einen weiteren Kostenfaktor dar. Diese sollten bei einem ETF mit hoher Liquidität zwischen 0,05 und 0,10 % liegen. Anders als bei Aktien werden bei einem ETF jedoch Geldkurs und Briefkurs unabhängig von Börsenumsatz ermittelt, da hier der sogenannte Market Maker während der Börsenzeiten verbindliche An- und Verkaufskurse stellt.

Transaktionskosten:
Die üblichen Transaktionskosten, die beim Kauf bzw. Verkauf von Wertpapieren an den Broker zu entrichten sind.

Jedoch schon aufgrund der jährlich anfallenden Kosten kann der Anleger keine 1:1 Nachbildung des zugrunde liegenden Index erreichen. Dies bedeutet, dass ein ETF immer eine geringe Underperformance zum Basiswert erzielt, es sei denn, der ETF-Anbieter kann über die sogenannte Wertpapierleihe zusätzliche Erträge erzielen. Diese kann er dann über eine Streichung der Verwaltungsgebühr an den Anleger weiterreichen.