Auch Delta-Faktor

Der Delta-Faktor gibt die Veränderung des Optionspreises bei einer Kursveränderung des Basiswertes an.
Es misst also die Veränderung des Optionspreises, wenn sich der Basiswert um eine Einheit (beispielsweise ein Euro oder ein Indexpunkt) ändert.
Liegt der Delta-Faktor einer Call Option / eines Call Optionsscheines mit einem Bezugsverhältnis von 1:10 bei 0,6, wird der Schein um 0,06 Euro steigen, wenn der Basiswert um einen Euro steigt. Bei einer Put-Option wird der Schein hingegen um 0,06 Euro fallen, wenn der Basiswert um einen Euro steigt. Das Delta ändert sich jedoch durchgehend, es ist also keine statistische, sondern eine dynamische Kennzahl. Ändert sich der Basiswert der Option, so ändert sich auch das Delta entsprechend.
Bei einer Kaufoption (Call) liegt der Delta-Faktor zwischen 0 und 1, bei einer Verkaufsoption (Put) liegt er zwischen -1 und 0.
Der Delta-Faktor hängt jedoch auch davon ab, ob sich die Option im Geld, am Geld oder aus dem Geld befindet. Für Optionen im Geld liegt der Faktor oftmals bei ca. 1, bei Optionen am Geld bei ca. 0,5 und bei 0 für Optionen welche aus dem Geld sind.
Des Weiteren gibt das Delta Aufschluss darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass die Option am Verfallsdatum im Geld ist und der Käufer somit einen Gewinn erzielt. Nach obigem Beispiel liegt die Wahrscheinlichkeit bei 60 %, dass die Option nicht wertlos verfällt. Je höher das Delta, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Call Option aus der Sicht des Käufers einen Gewinn erzielt. Je mehr sich also der Basiswert zugunsten des Käufers entwickelt mit gleichzeitig immer weiter abnehmender Laufzeit der Option, desto größer wird das Delta, da folglich die Chancen des Käufers der Option immer weiter steigen, einen Gewinn zu erzielen. Für den Verkäufer einer Call Option gilt hingegen das Gegenteil. Für ihn steigt die Möglichkeit eines Verlustes in dem erwähnten Szenario.