Credit Default Swap

Auch CDS oder Kreditausfallversicherung

Ein Credit Default Swap ist ein Kreditderivat und wird in erster Linie als Kreditversicherung genutzt, mit der sich der Gläubiger gegen eine mögliche Zahlungsunfähigkeit des Schuldners versichern bzw. absichern kann. Genauer handelt es sich um einen Kontrakt, mit dem der Besitzer vom Verkäufer des Credit Default Swaps eine Versicherungssumme erhält, falls es beim Emittenten einer Anleihe, welche der Sicherungsnehmer (Käufer des CDS) bei sich im Depot hält, zu einem Krediereignis kommt. Bei einem Kreditereignis handelt es sich um eine Insolvenz, einen Zahlungsausfall, um eine Umschuldung zulasten des Gläubigers oder um eine Zahlungsverweigerung des Schuldners. Um sich gegen solche Kreditereignisse abzusichern, muss der Käufer (Sicherungsnehmer) des CDS jährlich eine Prämie in Basispunkten, berechnet auf den Nominalwert des abzusichernden Kredites, an den Verkäufer (Sicherungsgeber) zahlen. Liegt die Prämie bspw. bei 80 Basispunkten und soll ein Betrag von 1 Mio. Euro abgesichert werden, so muss pro Jahr eine Prämie von 8.000 Euro bezahlt werden, um sich gegen einen Zahlungsausfall abzusichern. Tritt der Zahlungsausfall ein, enden die Prämienzahlungen. Tritt während der Laufzeit des Credit Default Swaps kein Kreditereignis ein, kann der Sicherungsgeber die Prämien behalten und als Gewinn einstreichen.

Beispiel:

Bank A besitzt italienische Staatsanleihen über 5 Millionen Euro. Die Bank möchte sich jedoch gegen ein möglicherweise aufkommendes Kreditereignis absichern. Dazu kauft sie von Bank B ein Kreditderivat in Form eines Credit Default Swap mit einer Laufzeit entsprechend der Laufzeit der Anleihen. Bank A bezahlt nun Bank B eine jährliche Prämie in Höhe von 100 000 Euro, ist damit jedoch gegen ein in den Kreditderivatebedienungen festgelegtes Kreditereignis abgesichert. Falls nun Italien seine Anleihen tatsächlich nicht zurückzahlt, so muss Bank B der Bank A 5 Millionen Euro erstatten. Kommt es jedoch während der gesamten Laufzeit zu keinem Kreditereignis, so kann Bank B die jährliche Prämie als Gewinn 'einstreichen'.

Kommt es tatsächlich zu einem negativen Kreditereignis, gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, wie der Sicherungsgeber seine Schuld beim Sicherungsnehmer begleichen kann:

1). Bei einem Barausgleich muss der Sicherungsgeber dem Sicherungsnehmer die Differenz zwischen Nominalwert der Anleihe (i.d.R. 100 %) und dem aktuellen Restwert (Recovery Rate) der Anleihe ausgleichen. Vorher wird der aktuelle Wert der Anleihe in einer Auktion festgelegt. Die Feststellung des Restwertes erfolgt in der Regel ca. sechs Wochen nach dem Kreditereignis.

2). Bei der physischen Lieferung übergibt der Sicherungsnehmer dem Sicherungsgeber die entsprechende Anleihe und erhält im Gegenzug den vollen Nominalwert (100 %) der Anleihe vom Sicherungsgeber ausbezahlt. Der Sicherungsgeber kann dann versuchen, die Anleihe am Markt zum aktuellen Preis weiterzuverkaufen.

Der Emittent der Anleihe und der Verkäufer des CDS sind hierbei jedoch zwei verschiedene Personen. Als Verkäufer von Credit Default Swaps treten oftmals Banken und institutionelle Spekulanten auf. Falls es jedoch zu keinem Zahlungsausfall kommt, muss der Verkäufer des CDS die erhaltene Prämie nicht zurückzahlen. Diese kann er dann als Gewinn 'einstreichen'.
Anhand der Höhe der Prämie, auch Credit Default Swap-Spread genannt, lässt sich abschätzen bzw. ableiten, wie hoch der Markt das Ausfallrisiko beim Emittenten aktuell einschätzt. Je höher die Prämie, die für ein Credit Default Swap gezahlt werden muss, desto höher schätzt der Markt das Ausfallrisiko des Emittenten ein. Der Kurs des CDS steigt also mit der Verschlechterung der Bonität des Emittenten. Umgekehrt gilt, je geringer die Prämie, desto besser ist die Bonität des Emittenten.
Credit Default Swaps werden ausschließlich außerbörslich gehandelt. Damit gelten sie als sehr intransparent und für Kleinanleger ohnehin nicht geeignet.