Der Creation-Redemption-Prozess ist ein Verfahren zur Ausgabe und Zurücknahme von ETF-Anteilen. In diesem Vorgang sind ETF-Anbieter, Market Maker und Investoren an der Börse involviert. Der Market Maker stellt in dem Verfahren einen Wertpapierkorb zusammen, welcher dem ETF bzw. dem zugrunde liegenden Index abbildet. Anschließend wird dieser Wertpapierkorb vom Market Maker an den ETF-Anbieter geliefert, im Gegenzug erhält der Market Maker ETF-Anteile, welche dem Wert des Wertpapierkorbes entsprechen. Der Wert des Austausches entspricht in der Regel 50.000 ETF-Anteile. Nun kann der Market Maker diese Anteile an der Börse an interessierte Investoren weiterverkaufen (Creation). Ebenso kann er jedoch auch ETF-Anteile an den ETF-Anbieter zurückgeben und erhält dafür wiederum anteilig seinen zuvor gelieferten Wertpapierkorb zurück (Redemption).
Der Verdienst beim Creation-Redemption-Prozess für den Market Maker liegt in dem Spread zwischen Geldkurs und Briefkurs, welche er fortlaufend stellt. Der ETF-Anbieter gibt dem Market Maker jedoch vorher einen maximalen Spread vor, welcher nicht überschritten werden darf.
Der ETF-Anbieter profitiert bei diesem Verfahren dadurch, dass durchweg ein liquider Handel mit den ETF-Anteilen gewährt wird. Zusätzlich kann er so die Verwaltungsgebühren gering halten, da er den jeweiligen Wertpapierkorb durch den Market Maker bereits geliefert bekommt.