Die Kapitalerhöhung hat in der Regel auch Auswirkungen auf den Aktienkurs. Erstmals führt sie zu einer Verwässerung des Gewinnes. Schließlich sind nach der Kapitalerhöhung mehr Aktien im Umlauf als zuvor und der Gewinn muss sich von da an auf mehrere Aktien verteilen. Als Ausgleich erhalten die Altaktionäre jedoch meistens ein Bezugsrecht, womit sie junge Aktien im Verhältnis zum bisherigen Anteil erwerben können. Mit diesem Bezugsrecht wird den Altaktionären die Chance gegeben, keine Verluste und keinen Verwässerungseffekt zu erleiden. Die Aktien werden dem Altaktionär zu einem günstigeren Preis als der aktuelle Börsenkurs angeboten. Führt eine Aktiengesellschaft eine Kapitalerhöhung durch, so werden vorab jedoch alle Altaktionäre über die genauen Details informiert. Dazu erhalten Sie eine Mitteilung, welche aus ihrem Depot abrufbar ist.

Bei einer Kapitalerhöhung fällt jedoch meistens der Aktienkurs, da das Angebot an Aktien nun größer ist als zuvor, die Nachfrage ist jedoch immer noch gleich hoch. Der Wert des Unternehmens wird von nun an auf mehrere Aktien verteilt, was somit jede Aktie weniger ‚wertvoll‘ macht. Auch die Dividende muss nun auf eine größere Anzahl von Aktien verteilt werden, was schließlich zu einem Rückgang der Dividendenrendite führen kann, sollte der Altaktionär nicht von seinem Bezugsrecht Gebrauch machen. Ein Großteil des Kursverlustes entsteht jedoch meistens schon sofort nach Bekanntgabe der Kapitalerhöhung, weshalb Privatanleger in der Regel gar nicht so schnell auf den Kursrückgang reagieren können.

Wichtig ist auch, wofür das zusätzlich eingenommene Geld verwendet wird und wie dieses vom Markt bewertet wird. Wird das Geld aus der Sicht vom Markt positiv und sinnvoll eingesetzt, kann sich der Aktienkurs stabiler verhalten, als wenn der Markt die Erhöhung des Kapitals als negativ einschätzt. Sie kann z.B. ein negatives Zeichen dafür sein, dass sich das Unternehmen in der Krise befindet und deshalb zusätzlich Geld benötigt. Anderseits können mit dem Geld auch zukunftsorientierte Fusionen oder Übernahmen vorbereitet werden, was der Markt wieder positiv einstufen könnte.

Fazit: Bei einer Kapitalerhöhung fällt in der Regel der Kurs, weil von nun an der Wert des Aktienunternehmens auf mehrere Anteilsscheine verteilt wird. Oft pendelt sich der Kurs nach der Kapitalerhöhung innerhalb weniger Wochen jedoch wieder ein. Außerdem wichtig für Altaktionäre, die nicht von Ihrem Bezugsrecht Gebrauch machen, je höher der Aktienkurs ist, desto geringer der Effekt der Verwässerung, denn, je niedriger der Aktienkurs, desto mehr neue Aktien muss die Aktiengesellschaft ausgeben, um den gewünschten Erlös zu erzielen.