Ausländische Dividende versteuern

Erhält der Aktionär eine Dividende von einem ausländischen Unternehmen oder aber auch Zinseinnahmen, so muss er diese Einkünfte zunächst doppelt versteuern. Auch wenn Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen mit ca. 80 Ländern beschlossen hat, um die Steuerbelastung für Bundesbürger zu reduzieren, muss der Aktionär die Quellensteuer im Ausland bezahlen und zusätzlich in Deutschland einen Steuersatz von mindestens 10 Prozent bezahlen. Der Aktionär kann sich die zuviel gezahlte Quellensteuer jedoch zurückholen, eine Erstattung der Quellensteuer ist also möglich, jedoch auch mit Aufwand verbunden.

So verläuft der Vorgang:
Allgemein gilt in Deutschland die Abgeltungssteuer seit 2009. Dabei fallen 25 Prozent Steuern auf Zinserträge und Dividenden sowie auf Kursgewinne an.

Erhält der Aktionär nun eine Dividende oder Zinsen aus dem Ausland, werden diese Einkünfte bereits bei der Auszahlung mit der Quellensteuer im Ausland belegt. Liegt diese unter oder bei 15 Prozent, fallen keine zusätzlichen Steuern für den Aktionär an, denn dann zieht der deutsche Staat in Deutschland nur noch den für das Erreichen der 25-prozentigen Kapitalertragssteuer nötigen Differenzbetrag ein, um die ausländische Dividende zu versteuern.
Liegt die ausländische Quellensteuer also bei 12 Prozent, zieht der deutsche Staat noch zusätzlich 13 Prozent ein. Liegt die ausländische Quellensteuer bei 15 Prozent, zieht der deutsche Staat noch zusätzlich 10 Prozent ein.

Liegt nun die ausländische Quellensteuer jedoch über 15 Prozent, wird in Deutschland trotzdem noch zusätzlich eine Steuer von mindestens 10 Prozent auf die ausländische Dividende fällig. Liegt die ausländische Quellensteuer also bei 20 Prozent, zieht der deutsche Staat zusätzlich nochmals 10 Prozent auf den Dividendenbetrag ein. Liegt die ausländische Quellensteuer bei 23 Prozent, zieht der Staat nochmals in Deutschland pauschal 10 Prozent auf den Dividendenbetrag an Steuern ein. Da der Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent jedoch bereits überschritten wurde, im zweiten Beispiel wurde insgesamt ein Steuersatz von 33 Prozent berechnet, kann sich der Aktionär die zu viel bezahlten Steuern (der Steuersatz war somit 8 Prozent zu hoch) zurückerstatten lassen. Dies ist jedoch mit viel Aufwand verbunden, da man bei der Steuerbehörde des Landes, in dem die Quellensteuer entrichtet wurde, den nötigen Antrag einreichen muss. Die Website des Bundeszentralamtes für Steuern stellt alle benötigten Informationen, Adressen und notwendigen Formulare bereit
Die zuviel gezahlte Quellensteuer aus dem Ausland kann auf diesem Wege zurückgeholt werden, es kann jedoch tatsächlich mehrere Jahre dauern, bis der Aktionär die zuviel gezahlte Steuer aus dem jeweiligen Ausland zurückerhält.

Besteht zwischen Deutschland und dem ausländischen Staat, aus dem die Einkünfte stammen, kein Doppelbesteuerungsabkommen zur Vermeidung von zuviel gezahlter Steuer, besteuert der deutsche Staat die ausländische Dividende wie eine inländische Dividende (Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag), unabhängig davon, ob die Dividende bereits im ausländischen Staat besteuert wurde. Um Doppelbesteuerungen zu vermeiden, gewährt der Staat jedoch Steuerermäßigungen durch Steueranrechnung oder Steuerabzug.